Archive for the 'Gott und die Welt' Category

Jesaja 58,11

Seit nun guten drei Jahren haben wir bereits immer wieder massiven Wassereintritt im Keller. Nach dem sich der Bauträger (Viva-Haus, Dresden) über ein Jahr überhaupt nicht bewegt hat, musste ich schließlich einen Rechtsanwalt konsultieren. Wir haben ein selbständiges Beweisverfahren los getreten. Nun ja, jetzt endlich wurde das Verfahren abgeschlossen, was aber nur heißt, dass nun der Streitwert (>55 TEUR !!!) und die Sanierungsmaßnahmen feststehen. Jetzt beginnt der Fight mit dem Bauträger, dass die entsprechenden Sanierungsschritte auch tatsächlich umgesetzt werden.

Das Ganze ist ziemlich ärgerlich, anstrengend und belastend, vor allem auch finanziell, weil wir bisher Ausgaben (Rechtsanwalt, Gutachter-/Gerichtskosten, …) hatten, die nicht weit einem fünfstelligen Betrag entfernt liegen.

Nur ab und an lass ich meinen Blick auf die Tageslosung fallen. Die heutige (Jesaja 58,11) macht mir in unserer aktuellen Situation Mut:

Der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre.

Vorschau 2010

Habt ihr schon in dem  ”Die Losungen 2010″-Heft die Einladung “Erleben Sie das Ziehen der Losungen in Herrnhut!” gelesen?

Da wird wie folgt geworben:

Nutzen Sie die Gelegenheit, beim Ziehen der Losungen dabei zu sein. Wir laden Sie herzlich ein, dieses Ereignis an historischer Stätte mit Übernachtung, Frühstück, Ausflugsprogramm und Reiseleitung mitzuerleben.

Sehr schmunzeln musste ich dann über die abschließende Klarstellung:

Sollten uns mehr Anmeldungen vorliegen als Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

Klar, was auch sonst! ;-)

Rückblick 2009 (2)

Der Tod Robert Enkes war auch für mich die Nachricht, die mich wie keine andere im vergangenen Jahr schockiert hat. Beinahe so, also ob in der Nahen Verwandschaft ein Todesfall zur Betroffenheit führt. Wie ausweglos muss eine Situation erscheinen, dass ich bereit bin Frau und Kind zu verlassen, die ich doch so sehr liebe. Das kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Daran erkenne ich, dass ich mich mit dem Thema Depression dann doch nicht auskenne, weil ich es durch meine Brille betrachte und bewerte. Meine Sicht auf den Vorfall ist natürlich rein subjektiv.

Etwas scheinheilig empfinde ich die ganze Diskussion im Anschluss zu Enkes Tod. Da hieß es oft davon, dass es nun Zeit ist, das Thema Depression in unserer Gesellschaft eintabuisieren zu müssen. Somit wollte man vermutlich dem Drama einen temporären Sinn geben. Die Leistungsgesellschaft wurde an den Pranger gestellt und als Ursache für Depression ausgemacht. Aus meiner Sicht ist das zu oberflächlich beurteilt. Und vor allem zu heuchlerisch, weil im nächsten Atemzug jeder zum üblichen Leistungsprinzip übergeht.

Passend hierzu finde ich folgenden Blog-Kommentar:

Den einzigem dem die derzeitige Diskussion hilft, sind die Medien, denen es Einschaltquoten und Lesern bringt. Ja, das war jetzt mal ein gefundenes Fressen für die Medien: Promi mit Kind springt vor den Zug; hübsche junge Frau weinend vor der Kammer… Das sind die Bilder, von den die Medien leben. Der Jahre lange zermürbende Alltag mit depressiven Menschen ist keine Meldung. Weil es einfach zu öde ist. Und es gibt Menschen mit Depressionen die da zu stehen. Aber von denen wollt und will man nichts wissen. … In zwei Wochen spricht kein Mensch mehr über den ehemaligen Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Dann ist es wieder die Unterwäsche von Britney Spears…

georgos über Georg Müller

Vor kurzem habe ich mir den Film “Georg Müller – Ein Mann, der die Welt veränderte” angeschaut. Der Film ist so eine Art dokumentarische Biografie über meinen Namensvettern, der von 1805 bis 1898 lebte und als Wasienvater von Bristol bekannt wurde. Meine Begeisterung über die DVD hält sich in Grenzen. Da die Motivation zu diesem Film nicht kommerzieller Art ist, will ich keine kritische Beurteilung gegen die doch recht bescheidene Filmaufmachung abgeben. Enttäuscht bin ich aus einem ganz anderen Grund: Meiner Ansicht nach wird Georg Müller zu einseitig als Mann des Glaubens, der nur durch Gebet und Gottvertrauen sein Leben und Werk führt, dargestellt.

Für mich ist Georg Müller vor allem ein Mann der Barmherzigkeit, der die verdammte Ungerechtigkeit gegenüber den Waisenkindern nicht ertragen konnte. Dazu muss man wissen, dass ein Waisenkind ohne Auffangbecken auf die Straße geschmissen wurden. Kein Sozialarbeiter oder  Streetworker, der schnell zur Hilfe eilte. Keine Waisenrente, die gezahlt wurde. Keine Verwandschaft, die Mitleid hatte. Und auch keine Kirche oder Geistlicher, die sich erbarmten. Eine ganze Gesellschaft verachtete sie. Ein Waisenkind war damals quasi zu Tode verurteilt, da viele von Ihnen erfroren oder an Cholera erkrankten. Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Ihnen blieb nichts anderes übrig als Brot und Geld zu stehlen und so die Karriere eines Kleinkriminellen zu starten. Auf diesen Missstand machte damals Charles Dickens mit “Oliver Twist” aufmerksam.

Georg Müller konnte dieses Elend nicht länger ertragen und forderte seine Kirchengemeinde heraus: “Wie kann ich mich Jesu Jünger nennen und meine Augen vor diesen Kindern verschließen?” Was nichts anderes heißt, wie: “Wie kann ich Gottes Barmherzigkeit für mich geltend machen und danach ein Herz aus Stein haben?”

Und dieser Aspekt geht mir völlig im Film flöten. Okay, Georg Müller hatte eine Methode, die sehr nennens- und ehrenwert ist: Ich glaube, dass Gott mir einen sehr spezifischen Auftrag gegeben hat und mich dann auch mit allen notwendigen Mitteln versorgen wird, die ich dazu und zum Leben benötige. Deshalb muss ich keinen Spendenaufruf starten, weil Gott mich und die Arbeit eh versorgen wird.

Und letztlich geht es in diesem Film immer nur um diese megemäßigen Glaubenstaten, die Gott in letzter Sekunde auch immer “belohnt”.

Wenn man so einen Film sieht, kann man sich nur “Scheiße” fühlen, weil man nicht die Glaubenstaten eines Georg Müllers vorzuweisen hat. Und was ist mit all den diakonischen/karitativen/kirchlichen Einrichtungen, die Spendenaufrufe starten? Haben die etwa keinen Glauben?

Ich denke, dass Glaube sich vor allem in Barmherzigkeit zum Ausdruck bringt. Und ich denke auch, dass sich die Gemeinde Jesu von heute zu stark um sich selbst dreht. Und sie dreht sich auch nur um sich selbst, wenn es um die Erlangung von Glaubenstaten geht. Du und ich sollten uns aufmachen und die Augen öffnen, welchem Menschen wir Barmherzigkeit weiter geben können.

Schließen will ich mit einem Absatz, den ich neulich auf der Vineyard Berlin-Website gefunden habe. Das wünsch ich uns allen, die sich wie ich Christen nennen:

Jeder Mensch ist uns herzlich willkommen, ungeachtet seines Alters, seiner sozialen Herkunft, seiner Nationalität, seiner sexuellen Orientierung und seiner weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen.

Ostergeschichte

Nur noch mal zur Erinnerung, was einst an Ostern abgegangen ist:

Ostergeschichte (1)

Ostergeschichte (2)

SPON über Obama und Warren

Gerade den Artikel “Zu viel Kirche, zu wenig Coolness” zu Obamas Amtseinführung auf spiegel.de gelesen. Amüsant, mit welcher Aufregung das hierzulande verfolgt und beschrieben wird. Zugleich aber beschäftigt mich das schon, durch welche Brille sog. (amerikanische) Evangelikale betrachtet werden. Interessant dann auch die Reaktionen im SPON-Forum.

Kann mir aber bitte jemand erklären, was ein Evangelikalist ist?

Evangelikalist

Uganda Workcamp

Folgendes find ich gut und sollte wohl auch mal über einen Einsatz nachdenken …

Weitere Infos auf dem Nichtegal-Blog.

Prophetien

Heute wurde ich per E-Mail auf die Prophetie von Cindy Jacobs aufmerksam gemacht. Diese Prophetie soll Deutschland gewidmet sein und wurde im November letzten Jahres in Berlin gegeben.

Es werden die typischen Themen wie Humanismus, Abtreibung, Feminismus usw. in diesem Land angeprangert. Die Prophetin ruft außerdem dazu auf, die Bundeskanzlerin zur Wiedereinführung des Buß- und Bettags zu bedrängen.

Frau Jacobs warnt vor der satanischen Revolution in diesem Land, die ein Tor zur Finsternis öffnen wird. Deshalb ruft sie  zu einem Sommer mit vollmächtigen Evangelisationen auf (das hat zur Aktion summer2go geführt).

Das sind für mich alte Kamellen. Es fehlte nur noch der Begriff Homosexualität. Beim Schlag-/Schimpfwort Humanismus bezweifle ich, dass hier jeder in der Szene eigentlich weiß, was unter Humanismus zu verstehen ist.

Neu ist für mich jedoch eine Prophetie mit der Androhung, dass Islam und Terrorismus einen (bösen) Plan mit diesem Land haben sollen. Weil Enlgand einst ihre prophetischen Warnungen ignorierte, kam es zu den Bombenanschläge in London.

Mir wird dabei ganz komisch. Für mich klingt das alles zu sehr fundamentalistisch.

Drunter und drüber

Jannis war insgesamt eine Woche im Krankenhaus. Die Krankheit ist noch nicht ausgeheilt, dennoch konnte er entlassen werden. Ein mulmiges Gefühl bleibt, weil er nach wie vor Blut im Urin hat, auch wenn uns die Ärzte beruhigen, dass das bei diesem Krankheitsbild auch über ein halbes Jahr lang normal sein kann. Nun muss er regelmäßig sein Urin checken und zum Kinderarzt.

Kaum ist Jannis nach seiner Entlassung daheim, klemmt sich Bennet vier Finger in der Haustür ein. Ein Windschlag knallt die Tür zu, als Doro mit meiner Mutter kurz auf die Eingangstreppe geht und Bennet hinter her eilt und sich am Türrahmen festhält.

Beide sind ausgesperrt. Zum Glück ist die Kellertür geöffnet, so dass mit starker Verzögerung dennoch die Tür geöffnet werden kann. Die Finger sind platt wie eine Briefmarke. Und schon wieder gehts ins Krankenhaus. Im Krankenhaus angekommen geht es aber dem Junior schon wieder ganz gut und irgendwie scheint er auch mächtig stolz zu sein, dass er diesmal der Grund des Krankenhausbesuches ist. Er wird geröngt und nun kommt der Hammer: nichts gebrochen! Es ist absolut gar nichts festzustellen. Die Finger sehen mittlerweile auch wieder so aus, wie Finger eben aussehen sollten.

Nun gut oder eben doch nicht, weil nun zuerst Doro für eine Nacht ebenfalls ins Krankenhaus muss und sie anschließend daheim ein Magen-Darm-Infekt lahmlegt. Zwei Tage später kotzen sich dann die Kids aus und etwas später bring ich die Kloschüssel zum Platzen.

Nicht genug der Strapazen, denn seit knapp zwei Wochen haben wir wieder Wasser im Keller! So eine verdammte Scheiße!

Parallel habe ich in meinem Job extrem Gas gegeben, weil ich bei einem Produktivstart mit dabei war, der dann wieder abgeblasen wurde. Auch das war sehr enttäuschend, weil ich mich neben all dem genannten dafür ganz schön aufgerieben habe (mal als Hausnummer: ich habe die ersten sieben Wochen in 2008 knapp 100 Überstunden angesammelt).

Frag mich und Gott, warum so viel auf einmal passieren muss. Fühle mich insbesondere mit Jannis’ Krankheit und unserer Wassergeschichte überfordert.

Wo ist eigentlich Gott in unserer Situation? Was für ironische Spielchen treibt er mit uns (nur eine Niere und gerade dieses Organ muss erkranken; Wasser im Keller, nach dem wir uns mehrere Monate in Sicherheit wiegen; Arbeiten bis zum Umfallen und alles wird abgeblasen)? Hat Gott überhaupt Interesse an unserer Not oder will er uns zeigen, dass wir das nur so empfinden und es in der Welt noch viel größeres Leid gibt? Hat Gott überhaupt alles im Griff? Was erwartet er jetzt von mir? Naive Loyalität und Lipenbekenntnisse? Was denkt der sich?!?

Eines wird mir aus all dem klar: es ist nichts, aber auch gar nichts selbstverständlich. Familie, Gesundheit, Haus, Geld, Beruf, … Ich habe für alles hart gearbeitet. Aber letztlich ist mir doch alles zugefallen. Segen spüre ich erst dann, wenn was davon zerbricht oder ins wanken gerät.

Midlife Crisis

Weiß jemand, wann die Midlife Crisis beginnt?

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