Out of Africa

Das hat doch jeder gesehen, dass das gestern kein Tor der Engländer war. Das war deutlich in HDTV zu sehen. Und hier gibt’s nun auch den Beweis:

Was kann ich dafür, wenn die Engländer nicht ihre Torchancen nutzen!
Rechtzeitig zum WM-Auftakt gibt unser Fernseher den Geist auf. Ohne geht dieser Tage ja mal gar nicht. Deshalb schnell informiert, was mit einem knappen Budget zu machen ist. Dann bestellt. Gestern Abend kurz deprimiert, weil auf einmal ein Lieferdatum ab 29.06. im Webshop zu sehen war. Heute aber geklärt, dass das Teil die nächsten Tage eintrifft. Bis dahin von netten Nachbarn einen alten Fernseher geliehen. Puh, Glück gehabt!
Der Tod Robert Enkes war auch für mich die Nachricht, die mich wie keine andere im vergangenen Jahr schockiert hat. Beinahe so, also ob in der Nahen Verwandschaft ein Todesfall zur Betroffenheit führt. Wie ausweglos muss eine Situation erscheinen, dass ich bereit bin Frau und Kind zu verlassen, die ich doch so sehr liebe. Das kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Daran erkenne ich, dass ich mich mit dem Thema Depression dann doch nicht auskenne, weil ich es durch meine Brille betrachte und bewerte. Meine Sicht auf den Vorfall ist natürlich rein subjektiv.
Etwas scheinheilig empfinde ich die ganze Diskussion im Anschluss zu Enkes Tod. Da hieß es oft davon, dass es nun Zeit ist, das Thema Depression in unserer Gesellschaft eintabuisieren zu müssen. Somit wollte man vermutlich dem Drama einen temporären Sinn geben. Die Leistungsgesellschaft wurde an den Pranger gestellt und als Ursache für Depression ausgemacht. Aus meiner Sicht ist das zu oberflächlich beurteilt. Und vor allem zu heuchlerisch, weil im nächsten Atemzug jeder zum üblichen Leistungsprinzip übergeht.
Passend hierzu finde ich folgenden Blog-Kommentar:
Den einzigem dem die derzeitige Diskussion hilft, sind die Medien, denen es Einschaltquoten und Lesern bringt. Ja, das war jetzt mal ein gefundenes Fressen für die Medien: Promi mit Kind springt vor den Zug; hübsche junge Frau weinend vor der Kammer… Das sind die Bilder, von den die Medien leben. Der Jahre lange zermürbende Alltag mit depressiven Menschen ist keine Meldung. Weil es einfach zu öde ist. Und es gibt Menschen mit Depressionen die da zu stehen. Aber von denen wollt und will man nichts wissen. … In zwei Wochen spricht kein Mensch mehr über den ehemaligen Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Dann ist es wieder die Unterwäsche von Britney Spears…
Bekomm vor Staunen die Fresse nicht zu. Aber seht selbst …
Gestern und heute mal wieder zum Firmenmeeting janz weit draußen im Schwarzwald gewesen. Neben vielen Workshops und Vorträgen vor allem auch gekickt, auf einem Bolzplatz direkt am Wald (sehr geiles Gefühl, wenn man den Chef mal dreckig abgrätschen kann).
Und dann bin ich aber mal so was von verknallt in die neue DM. Wow, endlich mal wieder ein DM-Album, was richtig rockt (Ultra war das letzte Album, das mich richtig geflasht hat). Bei insges. 13 Songs bin ich bis auf zwei Ausnahmen von allen begeistert. Sehr gefälliges Songwriting. Produktion hier und da vielleicht etwas zu fett, dennoch großartig.
Zieh mir die Scheibe in fast jeder freien Minute rein. Tipp: habe mir das Album bei Amazon für unter 5 EUR gesaugt!
An dieser Stelle eine Empfehlung in eigener Sache: Auf ballkunde.de schreibe ich seit ein paar Tagen mit ein paar Kumpels – allesamt Fußballseelenverwandte aus ganz Deutschland – rund um das Thema des Ex-Lederballs. Hier bekommt ihr auch zu lesen, warum ich meinem Kollegen Björn Stadionverbot für wichtige deutsche Spiele erteile …
Das gestrige Spiel hat ganz schön an meinen Nerven gezerrt. Völlig unverständlich kehren Jogis Jungs zum Grottenkick vergangener Tage zurück. Mit einem Herzkasper sehe ich zu, wie die Türken in gewohnter Manier kurz vor Schluss zum Ausgleich kommen. Ich raufe noch meinen Kopf, da schießt Phillip zum 3:2 ein.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber so richtig Freude mach sich bei mir nicht breit. Da gab es zu viele Fehler, eine zu schlappe Einstellung (Mann, da ging es um den Finaleinzug) und eine gehörige Portion Dusel. Jetzt hoffe ich, dass wir einfach ein großartiges Finale sehen werden. Insgeheim wünsche ich mir die Spanier als Gegner, weil ich so das Gefühl habe (”vom Feeling her hatte ich ein gutes Gefühl”), dass die uns eher liegen und wir nicht zwangsweise wie gegen Rußland in einer Favoritenrolle stecken, der wir ohnehin nicht gerecht werden können.
In gut fünf Stunden wird es ernst. Dann wird man auf den Rängen wieder “Seven Nation Army”, den inoffiziellen EM-Song anstimmen, der sich deutlich gegenüber den ganzen Revolverhelden-, Pocher- und Stürmer-Schmarn abhebt.
Hoffe, dass wir auch am Sonntag mitgrölen. Derweilen steigt die (An)Spannung im Büro. Der türkische Kollege hat sich sicherheitshalber zu einem Kundentermin abgeseilt.
Wie alle Spielführer der vier EM-Halbfinalisten verliest der Mittelfeldstar vor der Partie gegen die Türkei einen Appell gegen Rassismus. Und anschließend macht er dann die Türken fertig. Na, das passt ja …