Fußballspruch für KW 5
Heute lehrt uns Mehmet Scholl das Fürchten:
„Es gibt nur zwei Dinge, vor denen ich Angst habe:
Vor Krieg und vor Oliver Kahn.“
Heute lehrt uns Mehmet Scholl das Fürchten:
„Es gibt nur zwei Dinge, vor denen ich Angst habe:
Vor Krieg und vor Oliver Kahn.“
Bei dem Schweinewetter macht das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht unbedingt großen Spaß. Du musst dir das in etwa so vorstellen:
Nach dem ich Jannis zum KiGa gebracht habe, heize ich mit unserer Kiste nach Hause und stelle Doro für den Rest des Tages das Auto zur Verfügung (welcher Mann bringt schon solche Liebesbeweise?). Danach sprinte ich wie ein Bekloppter in die Stadt, um meinen Bus in die Wilferdinge Höhe nicht zu verpassen. Dabei höre ich mal Depeche Mode, Haso, Storch oder worauf ich gerade Bock habe.
Ich kreuze die dicht befahrene Hauptstraße und habe rechts und links eine Bushaltestelle im Blick. Manchmal wird es richtig eng! Ich sehe bereits die Linie 6 (warum kann es nicht die heilige 7 sein?
) an der rechten Haltestelle losfahren. Mir gehen dabei folgende Optionen durch den Kopf:
Die am häufigsten von mir verwendete Alternative kommt der dritten sehr nahe: Fußgängerampel drücken und beten “Herr, jetzt schalt das Ding schon um.”
In den meisten Fällen bin ich ein Glaubensheld und komme rechtzeitig zur Arbeit. Hin und wieder verpasse ich aber meinen Bus. Das sind dann die Tage, an denen ich mir bewusst mache, dass Gott mich auch ohne erfolgreiche Glaubenstaten liebt.
Dann warte ich auf den nächsten Bus, ungefähr 10 Minuten. Und wie Anfangs erwähnt, macht das dieser Tage nicht unbedingt Laune. An der Bushaltestelle herrscht frostige Atmosphäre. Witzig ist, wie alle Wartenden immer wieder in die Richtung schauen und den nächsten Bus herbei sehnen. Manche strecken ihre Hälse aus (meiner ist lang genug), machen einen Schritt auf die Straße zu, um freien Blick zu haben (ich warte auf den Tag, an dem einer sein Fernglas auspackt oder den Bus-Funk abhorcht).
Auch ich starre immer wieder, ob ich meine Linie 6 erhaschen kann. Mit mir fahren ziemlich viele schaffende Leute in die Wilferdinger Höhe. So stehen wir gemeinsam da und haben allesamt das gleiche Ziel. Letztens, bei besagtem Szenario, musste ich mich an meine Zeit als Jugendpastor erinnern. Ich finde, wir hatten als Jugendgruppe eine echt starke Zeit. Im Jugendteam haben wir uns Kopf und Herz zerbrochen, was Gott mit uns vorhat, welche Ziele wir verfolgen sollen. Wir hatten den Mut, unsere Vision in Worte zu fassen (ja ja, du hast schon recht, like WCCC – aber es war wirklich gut!). Und dann haben wir unser bestes gegeben, unsere Träume zu verwirklichen. Und genau daran musste ich neulich denken. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch Ziele braucht. Aber auch eine christliche Gemeinschaft braucht Ziele. Nenn es von mir aus Berufung, Vision oder was auch immer. Sieh es von mir aus auch differenzierter (Ziele <> Vision <> Berufung). Für mich steht fest, dass sich christliche Gruppen nach Zielen sehnen. Für mich war es damals traumhaft, weil wir gemeinsam als LeitungsTEAM etwas auf die Beine gestellt haben. Und diese Erinnerung habe ich dann während meiner Busfahrt genossen. Manchmal hätte ich doch wieder Bock … Dann aber wieder gar nicht …
PS: Hier übrigens ein Bild von meinem Arbeitsplatz:

Bill Shankly (* 1913; † 1981), Fußballtrainer vom FC Liverpool während der erfolgreichen Ära der 60er und 70er, hat über die Bedeutung des Fußballs folgendes gesagt:

„Einige Leute denken, Fußball sei eine Sache auf Leben und Tod. Ich mag diese Haltung nicht. Es ist viel ernster als das.“
Tja, was soll man dem noch hinzufügen?!
So, heute gibt es ein paar neue Blogs zu vermelden.
Der fertige Typ ist mein Schwipp-Schwager. Leute, den habe ich mir nicht ausgesucht. Jochen ist aber echt ein netter Typ. Er schreibt übrigens auf seine gekonnt ironische Art über sein Leben als Lobpreisleiter.

Herrschaften, der Mann hat keine durchzechte Nacht, sondern eine knallharte Lobpreissession hinter sich gebracht. Respekt Herr Becher(er) – und in Zukunft bitte eine paar Einträge mehr von deinen Erfahrungen.
Außerdem haben sich ein paar alte Freunde aus meiner alten Gemeinde zu Wort gemeldet. Die Blogs von Artur und Edgar habe ich ebenfalls in meine Blog-Linksammlung aufgenommen. Letzterer sagt übrigens nette Sachen über seine Lehrer
Jetzt wird gebloggt bis der Arzt kommt …
Nach dem obligatorischen Baumarkt- und Baustellenbesuch haben Jannis und ich unsere Rucksäcke gepackt. In voller Wintermontur sind wir dann mit Bus und Bahn nach Karlsruhe gefahren. Mit dem PKW wäre es viel zu langweilig. Jannis steht auf öffentliche Verkehrsmittel.

In Karlsruhe haben wir uns dann bei BK Pommes reingezogen und die Eisdiele in der Postgalerie unsicher gemacht. Anschließend sind wir durch die Straßen gezogen.

Gerade nach den letzten sehr stressigen Wochen haben wir beide unseren Ausflug echt genossen. Jannis steht weniger auf Zärtlichkeit. Klar, eine Runde Kuscheln ist auch bei ihm drin. Für Jannis stehen aber vielmehr gemeinsame Zeiten und Aktionen im Vordergrund. Das ist die Liebessprache, auf die er anspricht.
Als Papa hatte ich mir für heute viel vorgenommen. Dabei habe ich bewusst versucht, immer wieder den Dialog aufzubauen. Das geht am einfachsten, wenn man Fragen stellt. Aber wenn ich ehrlich bin, ist verbale Kommunikation nicht unbedingt meine große Stärke. Und auch Jannis ist nicht ein sprudelnder Quell. Einiges wollte ich ihm aus der Nase bohren und so Konversation betreiben.

Mein Fazit: Ich bin froh, dass ich nicht zu tief und viel gebohrt habe. Wir beide haben einfach unsere gemeinsame Zeit genossen. Wir schlecken bewusst unser Eis und staunen über die Errungenschaften der Technik. Vielmehr habe ich mir für unsere Beziehung zum Ziel gesetzt, wirklich etwas von mir preiszugeben. Dabei werde ich niemals eine Quasseltante werden. Aber ich möchte transparent sein und meinen Kindern zeigen, wie ich ticke, fühle und glaube. Nicht Jannis muss ich herausfordern, sondern mich selbst!
Hatte heute abend das Vergnügen, Bennet zu baden. Man, hat das Spaß gemacht! Ich bin immer noch bewegt …

Grinst mich dieser badende Kerl doch satte 10 Sekunden an. Meine Jungs sind einfach die Besten!
Schon der Hammer, dieses Internet! Veronika, die ich schon jahrelang nicht mehr gesehen habe, meldet sich über einen Kommentar bei mir. Sie und ich waren früher in der gleichen Freikirche aktiv. Heute lebt sie in München und sympathisiert hoffentlich mit den 60ern statt mit den Bayern. Aber vermutlich ist ihr der Fußball nach wie vor ziemlich egal. Auf jeden Fall solltet ihr ihren Blog im Auge behalten. Ich liebe ihre grundehrliche Art der Selbstreflexion und ihre Sicht der Dinge.
Veronika lebt für mich Prediger 11,9 aus (HFA):
„Du junger Mensch, genieße deine Jugend, und freu dich in der Blüte deines Lebens! Tu, was dein Herz dir sagt und was deinen Augen gefällt! Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird!“
Viele sehen zunächst darin nur eine Bedrohung „Sei dir bewusst, Gott wird dich zur Rechenschaft ziehen!“ und verlieren die Aufforderung aus den Augen, die Jugend zu genießen und das zu tun, was das Herz sagt.
Gut Veronika, dass du auf dein Herz gehört hast und den Mut hattest, eine vertraute Umgebung zu verlassen. Genieße dein Leben in München! Mach die verrückten Sachen, die Gott in dein Herz gelegt hast!
An alle anderen: was lässt euer Herz schneller schlagen?
Langsam aber sicher beginnt die Zeit, in der Jannis mich zu hoch-theologischen Diskussionen herausfordert. „Papa, wo ist Gott?“ haben wir kürzlich besprochen. Ich „Tja, weißt du, ähm …“ und muss erst einmal überlegen, wie ich das Thema angehe.
Meine Erklärung lautet: „Gott ist ein Geist und kein Mensch wie wir. Deshalb kann man ihn auch nicht wie einen Menschen sehen.“ Ich schlucke und überlege, ob das politisch bzw. theologisch korrekt ist, weil „Gott ist ein Geist“ irgendwie nach Geisterschloss und Gespenst klingt. Aber augenblicklich kommt mir Johannes 4,24 in den Sinn:
„Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müsen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“
Jep, das war korrekt. Darauf folgt natürlich das bekannte „Warum?“
Ich erkläre meinem „Großen“, dass das einfach nur super ist. Denn Gott ist kein Mensch, der nur auf Papa aufpassen kann, sondern er ist ein Geist, der gleichzeitig bei Mama, Papa, Jannis und Bennet ist. Er ist überall! Und jeder kann mit ihm reden!
Für Jannis ist alles klar. Ein paar Tage später holt Doro Jannis vom Kindergarten ab. Jannis sagt ihr, dass Gott ein Geist ist und deshalb auf ihn und Papa aufpasst, der bei der Arbeit ist.
Yeah, das flasht! Ich bin auf die nächste Diskussion gespannt …

Schiedsrichter:
„Ich verwarne Ihnen!“
„Ich danke Sie!“
Auf diesen Ausspruch folgte die rote Karte.
Nach meinem letzten Eintrag (um 00:23 Uhr geschrieben) habe ich als gewissenhafter Vater noch einmal nach Jannis geschaut. Während ich checke, ob er auch wirklich zugedeckt ist, schlägt er die Augen auf und schaut mich an. Ich küsse ihn und sage „Ich hab’ dich lieb!“. Jannis entgegnet „Ich hab dich auch lieb. Lass mich jetzt in Ruhe!“, dreht sich um und schläft weiter.