Archive for April, 2006

Am Samstag gehts ab

Ja, ich weiß – ihr wollt alle unbedingt die neuen Bilder vom Hausbau sehen und wieder mit kernigen Fußballsprüchen versorgt werden.

Aber da müsst ihr euch noch ein paar Tage gedulden! Denn am Samstag gehts ab – unser Umzug startet um 8 Uhr mit einem Kick-Off-Meeting in der Seebergstraße, Pforzheim.

Unsere neue Adresse lautet also ab dem 29.04.2006:

Doro und George Müller und ihre Musterknaben
Tulpenstr. 2, 75223 Niefern-Öschelbronn, Tel. +49 7233 942300

Bis dahin habe ich zwar Urlaub, aber mehr Arbeit als gewohnt.

An dieser Stelle möchte ich mal unseren Eltern danken, die uns sensationell unter die Arme greifen. Vor kurzem waren mein Vater und Schwiegervater ein paar Tage gemeinsam auf dem Bau. Abends haben dann die Herren ihr wohlverdientes Bier getrunken.

Dieter und Heinz

Jannis hat sich bei der Gelegenheit mal nach dem Alter der “Opas” erkundigt. Etwas verblüfft gab er zu bedenken:

Was? Über 60? So alt? Buah, dann werdet ihr ja bald sterben.

Ostern 2006

Vor ein paar Minuten habe ich Jannis ins Bett gebracht. Ich sitze nun am Rechner und lausche durch den Türspalt, was mein Sohn zum Einschlafen singt, dabei bin ich den Tränen nahe:

Gott, du bist gut.
Das Grab ist leer.
Jesus ist von den Toten auferstanden.
Jesus ist nun in jeder Stadt.
Du bist bärenstark und machst alle wieder gesund.
Du bist wirklich gut und nicht böse.

Ich bin bewegt von den Wahrheiten, die ein dreijähriger in seinem Herzen bewegt und darüber, wie er sie improvisierend und singend zum Ausdruck bringt.

Jannis entdeckt sein Osterkörbchen

An diesen Tagen wollte ich eigentlich gerne irgendwie und irgendwas zur Osterbotschaft schreiben. Doch was soll ich dem noch hinzufügen? :-)

Bennet

Bennet quatscht auch schon ganz gewaltig. Ich verstehe noch nicht jedes Wort, aber unsere Augen und Herzen treffen sich. Wahnsinn! Es war einfach ein schöner Tag, weil ich mal wieder richtig fett Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Und diese Jungs sind einfach der Hammer!!!

Jannis und George

Wasserstandsmeldung

Wie schon berichtet, ziehen wir in zwei Wochen in unser Eigenheim. Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht fassen. Der damit verbundene Stress zieht mich mal wieder gerade richtig runter. Ich fühle mich dem Ganzen nicht gewachsen und ärgere mich, dass ich so uncool mit der Situation umgehe.

Manchmal ärgere ich mich auch darüber, dass ich soviel Zeit, Energie und Kohle in das Projekt stecke. Und dann frage ich mich, ob das alles richtig ist. Aber das ist mal wieder der unsichere Herr Müller, der am liebsten davonläuft, wenn die Verantwortung auf die Lungenflügeln drückt und Mann seinen Mann stehen muss.

Dabei war ich mir vor einem halben Jahr relativ sicher, dass ich damit richtig fahre. Klar haben Doro und ich uns und Gott gefragt, ob wir uns hier – im “Großraum” Pforzheim – niederlassen sollen. Gott hat nicht die Veto-Karte ins Spiel geworfen. Andere Türen – unsere Vorstellung, ins Rheinland zu ziehen – haben sich verschlossen.

Und nun bin ich hier gelandet: in der Nähe der wohl “schönsten” Stadt Badens (direkt an der Grenze zu den Schwaben), in der auch nicht mehr alles Gold ist was glänzt. Mein Sohn beginnt, den hießigen Slang nachzuahmen (”gell”, “a bissel”). Na gut, wird er halt zweisprachig aufwachsen. Manchmal wünschte ich mir ein “lokales Berufungserlebnis”, wie Haso, dessen Stadt nur Berlin heißen kann, oder Lütt, der sich Nordhessen verschrieben hat. Es fällt mir schwer zu sagen, dass das hier “meine Heimat” ist. Ich sage dann lieber, dass das hier “unser Platz” ist. Und schön, dass wir an diesem Platz so tolle Freunde und eine Gemeinde gefunden haben. Das ist mit ein Grund, warum wir immer noch hier sind.
Wenn ich dann richtig schlecht drauf bin, frage ich mich, ob ich all diesen beschissenen Reichtum von Immobilie, Erst- und Zweitwagen und anständigem Beruf vor Gott und der Welt rechtfertigen kann. Ist es wirklich legitim, so viel Geld, Zeit und Kraft einfach nur in die eigenen vier Wände zu investieren?

Eigentlich bin ich damit im Reinen und sehe, dass viele biblische Vorbilder primär auch nur die eigene Existenz im Visier hatten und Gott sie darin bestätigt hat. Und ganz nebenbei sind sie dann zu einem Segen für viele geworden.

Sollte family auf den Index gesetzt werden?

Cover der family Ausgabe Nr. 2 / 2006Am Mittwoch abend habe ich unsere letzten Wände im Neubau gestrichen. Als ich dann um Mitternacht nach Hause kam, habe ich mir noch einen Happen reingezogen. Dabei habe ich in der Küche was zum Lesen gesucht und die Familienzeitschrift family gefunden. Ich stoße auf einen der Hauptartikel, der sich mit Kindergeburtstagen beschäftigt. Jannis wird im Sommer immerhin 4 Jahre alt, und das muss gebührend gefeiert werden.

Ich lese interessiert den Artikel. Doch schon nach wenigen Absätzen bin ich schockiert! Habe ich richtig gelesen? Verwundert reibe ich mir die Augen und lese unter der Überschrift “Das Motto festlegen” erneut die Zeilen:

Um den großen Tag zu feiern, lässt sich viel Atmosphäre durch ein Motto schaffen. Mit Kindern ab vier Jahren lassen sich gut eigene Ideen sammeln. Oberthemen, die sich bewährt haben sind: Indianer, Prinzessinen, Raupe Nimmersatt, Rund um die Welt, Bayern München …”

Liebe Frau Stefanie Diekmann, wie können Sie solche Vorschläge in einer christlichen Familienzeitschrift unterbreiten? Darf ein christlicher Kindergeburtstag unter dem Motto “Bayern München” laufen? So werden doch die “Wer ist gerade Erster? Bayern?”-Verwöhn-Fans gezüchtet – ohne Herz und Leidenschaft für Ihren Verein. Und das auch noch im christlichen Elternhaus. Als Lautern-Fan kann ich das so nicht stehen lassen und sage:

Lieber zweite Liga als einen Bayern München-Kindergeburtstag. Nun überlege ich mir, ob ich den Spieß nicht umdrehe und eine Anti-Bayern-Party inszeniere (muss ja nicht gleich eine “Rote Teufel”-Party werden – wäre ja auch nicht christlich korrekt). Gemeinsam, als eine Art Predigt, hören wir uns dann zum Abschluss “Bayern” von den Toten Hosen an, selbstverständlich auf voller Lautstärke, damit die Kids alles mitbekommen. Und dann basteln wir uns Stickers mit dem Schriftzug “antibayern.de“, die wir gleich auf die Jacken der Kinder nähen.

Ermahnen möchte ich alle Eltern, die dieses Thema tatsächlich in Erwägung ziehen mit einer leicht abgeänderten Textpassage aus dem eben genannten Song:

Was für Eltern muss man haben
Um so verdorben zu sein
Einen Vertrag zu unterschreiben
Bei diesem Scheissverein?
Ein Motto zu gestalten
Mit solch einem Scheissverein?

Fußballsprüche für KW 13 und KW 14

Erich Ribbeck, logisch und durchdacht:

Erich Ribbeck

Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.

Roberto Baggio, ökonomisch und relaxt:

Roberto Baggio

Warum sollen wir rennen? Wir lassen den Ball laufen, der schwitzt nicht.

Es geht voran

Heute wurde richtig fleißig gearbeitet. Sage und schreibe acht Freunde haben mir heute bei einer konzentrierten Laminat-Verleg-Aktion geholfen.

Ergebnis: Das gesamte Obergeschoss ist fertig verlegt, sogar die Sockel sind angebracht. Volker hat bereits einige Türen gesetzt. Unterm Strich sieht es nun schon recht wohnlich in unserem Haus aus. Es geht voran …

Folgenden Personen möchte ich für heute meinen Dank aussprechen:

Stefan und Uli

Stefan (Türsteher im Casablanca – hat schon den einen und die andere verprügelt) und Uli (Philosophie-Student – an welcher Uni eigentlich?)

Volker

Volker (Krankenschwester – verabreicht am liebsten Einläufe)

Paul und Gerhard

Paul (Urologe – hat immer einen Kathederset im Wagen) und Gerhard (Pianist am Stadttheater Pforzheim – mag keine Anbetungsmusik)

Jürgen

Jürgen (SAP-Berater – wollte schon immer Consultant werden)

Irwan (ganz vorne)

Irwan (ganz vorne – Immobilienmakler – schaut sich auch hier alles genau an)

Martin

Martin (Fleischermeister – schneidet sonst Wurst im EDEKA Bretten)