Wie schon berichtet, ziehen wir in zwei Wochen in unser Eigenheim. Irgendwie kann ich das alles noch gar nicht fassen. Der damit verbundene Stress zieht mich mal wieder gerade richtig runter. Ich fühle mich dem Ganzen nicht gewachsen und ärgere mich, dass ich so uncool mit der Situation umgehe.
Manchmal ärgere ich mich auch darüber, dass ich soviel Zeit, Energie und Kohle in das Projekt stecke. Und dann frage ich mich, ob das alles richtig ist. Aber das ist mal wieder der unsichere Herr Müller, der am liebsten davonläuft, wenn die Verantwortung auf die Lungenflügeln drückt und Mann seinen Mann stehen muss.
Dabei war ich mir vor einem halben Jahr relativ sicher, dass ich damit richtig fahre. Klar haben Doro und ich uns und Gott gefragt, ob wir uns hier – im “Großraum” Pforzheim – niederlassen sollen. Gott hat nicht die Veto-Karte ins Spiel geworfen. Andere Türen – unsere Vorstellung, ins Rheinland zu ziehen – haben sich verschlossen.
Und nun bin ich hier gelandet: in der Nähe der wohl “schönsten” Stadt Badens (direkt an der Grenze zu den Schwaben), in der auch nicht mehr alles Gold ist was glänzt. Mein Sohn beginnt, den hießigen Slang nachzuahmen (”gell”, “a bissel”). Na gut, wird er halt zweisprachig aufwachsen. Manchmal wünschte ich mir ein “lokales Berufungserlebnis”, wie Haso, dessen Stadt nur Berlin heißen kann, oder Lütt, der sich Nordhessen verschrieben hat. Es fällt mir schwer zu sagen, dass das hier “meine Heimat” ist. Ich sage dann lieber, dass das hier “unser Platz” ist. Und schön, dass wir an diesem Platz so tolle Freunde und eine Gemeinde gefunden haben. Das ist mit ein Grund, warum wir immer noch hier sind.
Wenn ich dann richtig schlecht drauf bin, frage ich mich, ob ich all diesen beschissenen Reichtum von Immobilie, Erst- und Zweitwagen und anständigem Beruf vor Gott und der Welt rechtfertigen kann. Ist es wirklich legitim, so viel Geld, Zeit und Kraft einfach nur in die eigenen vier Wände zu investieren?
Eigentlich bin ich damit im Reinen und sehe, dass viele biblische Vorbilder primär auch nur die eigene Existenz im Visier hatten und Gott sie darin bestätigt hat. Und ganz nebenbei sind sie dann zu einem Segen für viele geworden.