Archive for September, 2006

Meine Blogrunde

Wordpress WYSIWYG-Editor anpassen

Kleiner Tipp (für Veronika und andere Freaks ;-) ) im Umgang mit dem von Wordpress verwendeteten Editor:

Im Einsatz befindet sich der TinyMCE, der eine Fülle von Formatierungsoptionen anbietet. Wordpress hat diese sinnvoller Weise auf das nötigste beschränkt, um die Leute nicht unnötig zu verwirren.

Da ich aber hier und da gerne mit Headlines (h2, h3, …) arbeite, musste ich in der Vergangenheit immer in den HTML-Modus wechseln und dort meine gewünschten Tags setzen. Um mir diesen “Switch” zu ersparen, habe ich in der Datei wp-includes/js/tinymce/tiny_mce_gzip.php (die Zeile, in der $mce_buttons gesetzt wird – weiter untem im Code), vor dem ‘bold’ nur folgendes ergänzen müssen:

$mce_buttons = apply_filters('mce_buttons', array('formatselect', 'separator', 'bold', 'italic', ...

Und siehe da:

Erweiterter TinyMCE bei Wordpress

Nun kann ich meine gewünschten Formatierungen vornehmen. :-)

Distroia – Mouse on Mars

Für zwischendurch gibt es mal wieder ein Musikvideo. Dieses Mal von Mouse on Mars, bekannt für ihre unkonventionellee E-Mucke, die man auch mal Live erlebt haben muss.

Frust und kein Ende in Sicht

Will nicht nerven, muss aber mal wieder berichten, wie frustig die Geschichte mit unserer Immobilie ist. Gerade feiere ich ein paar Erfolge mit der Außenanlage, kommt wieder so ein Tiefschlag:

In unserem Neubau herrscht noch sehr starke Luftfeuchtigkeit. Das hat sich zuerst daran bemerkbar gemacht, dass sich hinter unserem Schlafzimmerschrank Schimmel angesetzt hat. Das Problem konnte noch relativ gut behoben werden. Nun wollten wir auch mal prophylaktisch hinter einem Küchenhängeschrank nachsehen. Nierderschmetterndes Ergebnis: ich kann meine gesamte Einbauküche noch einmal ausbauen. So eine Sch… !!!

Heute denke ich: das Ganze war ein riesen großer Fehler. Dieses Projekt frisst alle meine Ressourcen und Kapazitäten auf. Es dreht sich alles nur darum. Warum habe ich mir das nur angetan, der schon einen Hautauschlag bekommt, wenn er nur einen Schraubenzieher sieht ??? :-(

Wolle und die Charismatiker (Systeme II)

Direkt gegenüber meinem Arbeitsplatz sitzt Wolle. Wolle ist ein richtiges SAP-Entwickler-Tier. Er ist ein paar (wenige) Jahre älter als ich und hat entsprechend mehr erlebt. Hin und wieder kommen wir auch auf persönliche Dinge zu sprechen. Wolle geht dabei ganz offensiv mit seiner Vergangenheit um und erzählt von seiner Ex-Frau und seinen Kindern im Teenageralter. Was ich hier schreibe, darf ich berichten, weil Mr. Developer es höst persönlich erlaubt hat.

In meiner Vita führt ja kein Weg an meinem Ex-Jugendpastorjob vorbei. Wolle hat mich da gründlich abgecheckt. Schon bald hat sich herausgestellt, warum er so gezielt nachfragt. Das liegt an der Tatsache, dass sich seiner Ex-Frau in der Trennungsphase in einer recht heftigen charismatischen Gemeinde „bekehrt“ hat. Diese hat es als ihre Pflicht gesehen, Wolle ebenfalls zu bekehren, was ihrer Meinung nach zugleich die Ehe gerettet hätte.

So wurde Wolle zu allen möglichen charismatischen Events mitgeschliffen, so auch zu Benny Hinns „Miracle Crusade“ in der Grugahalle Essen (da er damals noch in NRW wohnte). Damals sei er, wie er heute sagt, wirklich offen für „Gotte Wirken“ gewesen. Er habe nur darauf gewartet, dass Benny und Konsorten auch mal in seine Richtung „gehaucht“ und es ihn umgerissen hätte. Aber nichts von dem ist passiert. Heute hört man schon einen gewissen sarkastischen Unterton heraus, wenn er von den „fundamentalistischen“ und „sektenhaften“ Gemeinden erzählt.

Unsere Konstellation ist schon sehr interessant! Ich weiß über alles sehr gut bescheid, von dem er berichtet, weil ich ja an für sich mit der charismatischen Bewegung sympathisiere, aber alles andere als ein Fan von amerikanischen Fernsehpredigern bin. Teilweise kann ich seinen Unmut über das erlebte mit Ziel einer Zwangsbekehrung gut nachvollziehen. Seine Ex hat übrigens nach der Scheidung sehr schnell geheiratet, und zwar einen „Christen“ aus der Ortsgemeinde, mit dem sie heute zusammen in dem Haus wohnt, das Wolle Stein für Stein selbst erbaut hat und nach der Scheidung an sie abtreten musste. Das tut weh!

Heute wird Wolle immer weiter mit dem Thema konfrontiert, denn mittlerweile sind seine Kids, wie anfangs erwähnt, im besten Teenageralter und „wiedergeborene Christen“. Wenn seine Kinder ihn besuchen, muss er sie in einen Gottesdienst begleiten. Letztens waren sie bei Peter Wenz in der Biblischen Glaubens Gemeinde in Stuttgart. Natürlich wollte er auch diesmal von mir wissen, was ich von der Gemeinde usw. halte. Und dann entdeckte ich neulich eine Hillsong Worship-CD in seinem Auto, die seine Kinder (wohl bewusst) in seinem Auto liegen gelassen haben.

Als wir uns mal in einer größeren Runde am Arbeitsplatz über das Thema (kurz) unterhielten, kamen wir auch wieder auf mich und meine Positionen zu sprechen. Wolle traut den Braten (mir) noch nicht ganz, wenn er sagt „Aber der George hat noch nicht versucht mich zu bekehren“. Er wartet wohl nur darauf, dass ich im geeigneten Augenblick mit der Bibel auf den Tisch schlage und einen Bußaufruf starte. Wolle, das kannst du vergessen …

Mit diesem Post habe ich nun auch geschickt einen Übergang von Charismatiker bzw. Evangelikale zur Soteriologie eingefädelt, mit der ich mich in einem meiner nächsten Beiträge aus Sicht des Calvinismus und Arminianismus beschäftigen werde.

Evangelikale und Charismatiker (Systeme I)

Meine erste konkrete Auseinandersetzung mit Systemen bzw. Paradigmen beschäftigt sich mit Evangelikalen und Charismatikern, wobei Auseinandersetzung übertrieben ist. Gegenüberstellung wäre auch falsch. Ich stelle einfach mal die “Systeme” kurz so vor, wie ich sie biografisch erlebt bzw. durchlebt habe:

In einer traditionellen evangelikalen Gemeinde aufgewachsen, lernte ich schon früh mich vor Pfingstlern und Charismatikern in Acht zu nehmen. Man erzählte mir von Irrlehren, Schwärmern und Spinnern. Und hier und da wurden Charismatiker mit Okkultisten gleichgesetzt, weil dieses dumme Zungengeschwätz “bewiesener Maßen” in Satansanbetung und Gotteslästerung Enden würde.

Ende der 80er hatte ich dann dennoch meine ersten “realen” Berührungspunkte mit den “bösen” Charismatikern. In dieser “Epoche” entdeckten immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene die sog. “Worship”-Mucke, die vornehmlich aus charismatischen Kreisen stammte und einfach mehr rockte als die alte Leier aus verstaubten Gesangsbüchern. Ich denke, dass das Thema “Anbetung” die meisten evangelikalen Gemeinden in gewisser Weise herausgefordert hat, sich mit Charismatikern auseinander zusetzen.

Meine Kontakte zur charismatischen Bewegung wurden Anfang der 90er immer intensiver. Step by step wurde ich zu einem richtige Hardcore-Charismatiker, legte mich mit meinem Vater an, der ein bekennender Anti-Charismatiker ist und ward nicht mehr in evangelikalen Zirkeln gesehen.

In charismatischen Events machte ich mich über die “evangelikalen Brüder” lustig, die es einfach nicht schnallten und nur auf halber Flamme kochten, weil ihnen eine zweite Erfahrung fehlte. Es war die Zeit, in der ich es bereute, kein Dachfenster in meinem Opel Ascona zu haben, um auch auf der Autofahrt “heilige Hände” emporzuheben. Abends schlief ich zu Predigten von Margies ein, von dem ich selbstverständlich ein Predigt-Abo hatte.

Heute muss ich sehr über die Zeit schmunzeln. Vieles von dem war überdreht. Manches sogar falsch. Aber es war mit die intensivste Zeit meines Lebens. Gott hat diese Zeit genutzt, damit ich mehr von seinem Wesen und Charakter kennen lerne. In dieser Zeit wurde ich stolz auf Gott, weil mein Gott ein mächtiger und liebender Gott ist.

Welchem System bzw. welcher Bewegung gehöre ich heute an? Ehrlich gesagt ist mir diese Frage nicht so wichtig. Aktuell gehöre ich einer Gemeinde aus dem Mühlheimer Verband an, bekannt als einer der ersten Pfingstbewegungen in Deutschland. Meine Gemeinde ist wie die meisten Gemeinden in diesem Bund heute aber extrem gemäßigt. Ich denke, dass die meisten von sich behaupten würden, sie seien eine evangelikal-charismatische bzw. softcharismatische Gemeinde, wobei sich letzterer Begriff recht “weicheimäßig” anhört.

Definitiv sympathisiere ich mit dem charismatischen Lager und sehe da auch mein Zelt aufgeschlagen. Heute bin ich aber auf keinen exotischen Events mehr anzutreffen. Gott sei Dank finden beide Bewegungen immer mehr gemeinsame Plattformen zur Zusammenarbeit.

Heute beschäftig mich aber weniger die Frage, ob ich Evangelikaler oder Charismatiker bin. Die Gedanken und Anregungen Rund um die Emerging Church bewegen mich viel mehr, weil sie aus meiner Sicht auf wesentlichere Fragen eingeht bzw. ins Nachdenken bringen will.

Passende Posts zum Thema

So lange Haso im Urlaub verweilt, ist Storch der prominente Gastschreiber auf Hasos Tafel. Dabei postet er z.T. ein paar alte Einträge aus seinem eigenen Blog.

Die letzten zwei passen ganz gut zum Thema “Alles eine Frage des Systems?” (auch wenn ich bisher noch nichts konkretes angesprochen habe):

Diese zwei Artikel solltet ihr euch mal durchlesen. Bei ihm hört sich das zwar mehr nach Paradigma (”Theologie bietet eine Perspektive auf das Wort Gottes.”) als nach System an, meint aber genau das, was ich darunter verstehe (aus “Zur Definition von Theologie”):

“Theologie bietet eine Perspektive auf das Wort Gottes.”

Ich finde, das ist es, was Theologie letztlich zu bieten hat, was sie reizvoll macht und was ihr Auftrag ist. Eine Theologie bietet immer einen Blickwinkel; jedes mal, wenn ich mich mit einem neuen Ansatz beschäftige, habe ich das Gefühl, die Bibel noch nie gelesen zu haben. Plötzlich wird mir vieles klar, was ich nie verstanden habe.

Gleichzeitig ist erklärt, warum Theologien sich zeitweise widersprechen. Eine Theologie ist nicht Gottes Wort sondern bietet nur eine Verständnismöglichkeit des Wortes an. Es ist zu erwarten, dass diese Verständnismöglichkeiten sich erheblich voneinander unterscheiden. Letztlich kann niemand sagen, dass er die Bibel in allen Punkten so versteht, wie sie “gemeint” ist. Niemand hat objektives Wissen, sobald wir die Bibel lesen bekommt das Ergebnis eine Prägung; wenn es anders wäre, wären wir keine Subjekte.

Selbst eine Theologie, die für sich in Anspruch nimmt, nur Gottes Wort in Reinform zu bringen und nicht zu interpretieren, interpretiert. Es ist ein Naturgesetz, dass man immer als Mensch beobachtet, liest, interpretiert usw. und dass Theologie NIEMALS Gottes Wort ist. Normalerweise lassen sich dann auch gerade bei PredigerInnen, die sagen, dass sie NUR das Wort predigen, sehr leicht Axiome und vorprägungen finden.

Wenn wir uns dessen bewusst sind, fällt uns so manche (theologische) Diskussion einfacher und verfällt nicht in überhitzige, sinnlose Debatten über richtig und falsch, gut und böse …

Mit dieser Einstellung können wir relaxt miteinander fachsimpeln. Außerdem wissen wir: ich habe meine Brille auf; nun setz ich mal die andere auf und versuche die Welt meines Gegenübers zu sehen.

Ich hoffe, ich find demnächst mal Zeit für ein praktisches Thema dazu …

Themenanfrage

Bekomme heute keine geistreichen Gedanken eingetippt. Dafür bin ich einfach zu gestresst. Die vergangene Woche habe ich wie ein Ochse an unseren Außenanlagen gearbeitet. Der Erholungswert im Urlaub ist gleich null. Und nun muss ich mich wieder in meinen Job und den Projekten einfinden. Am Feierabend bastel ich dann wieder an unserer Hütte rum und bin so ganz nebenbei auch noch Familienpapa.

Deshalb an dieser Stelle die Frage, welche Themen euch im Blick auf Systeme interessieren, die wir hier mal gerne durchsprechen könnten. Diese zwei Sachen find ich durchaus beachtenswert:

Weniger juckt mich die Eschatalogie (wer wird wann mit wem entrückt usw.). Was brennt euch unter den Nägeln? Nur raus damit! ;-)

Und außerdem: welches Betriebssystem verwendet ihr? :lol:

Alles eine Frage des Systems?

Nach meinem letzten Eintrag haben wir ja ein wenig über Pastoren und Jugendkirchen diskutiert. In diesem Zusammenhang fiel auch immer wieder der Begriff System (”Pastoral System”, “Jugendkirche-System”, …). Seit geraumer Zeit muss ich immer wieder darüber nachdenken, welche Auswirkungen Systeme auf Gott, Welt, Kirche und mich haben.

Schaut man bei Wikipedia nach, erhält man zu “System” folgende Erklärung, wobei der Begriff unter dem Aspekt der Systemtheorie erläutert wird:

System (v. griech. systema, “das Gebilde, Zusammengestellte, Verbundene”; Pl. Systeme) bezeichnet ein Gebilde, dessen wesentliche Elemente (Teile) so aufeinander bezogen sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie (aus einer übergeordneten Sicht heraus) als aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit (d.h. als Ganzes) angesehen werden (können) und sich in dieser Hinsicht gegenüber der sie umgebenden Umwelt auch abgrenzen.

Systeme organisieren und erhalten sich durch Strukturen. Struktur bezeichnet das Muster (Form) der Systemelemente und ihrer Beziehungsgeflechte, durch die ein System funktioniert (entsteht und sich erhält). Dahingegen wird eine strukturlose Zusammenstellung mehrerer Elemente auch als Aggregat bezeichnet.

Ich denke, dass wir Menschen in der “westlichen” Welt besonders auf Systeme abfahren. Denn mit Systemen kann man sich “abgrenzen” und bekommt eine “übergeordnete Sicht” der Dinge. Systeme bieten mir außerdem eine gewisse Struktur, die wiederum bewirkt Sicherheit. Der Aggregat-Zustand kann nicht ausgehalten werden, weil er verwirrt, keine Organisation bietet und ich deshalb Sachen nicht einfach in Schubladen stecken kann.

In meinen folgenden Posts will ich über diverse Systeme sprechen. Das wird dann aber kein Aufruf, das jeweilige System aufzugeben. Aber es soll uns deutlich machen, dass selbst bei geistlichen, theologischen und kirchlichen Angelegenheiten vieles eine Frage des Systems ist. Und vorab behaupte ich einfach mal ganz frech, dass viele Bibelinterpretationen und -lehren maßgeblich durch ein spezielles System beeinflusst werden.

(Anmerkung: ich bin weder Tiefentheologe noch Psychologe und gehe das Thema bewusst unwissenschaftlich an. Stattdessen schreibe ich einfach wieder aus dem Bauch heraus, aus einer gewissen Emotion, ohne mir vorher eine Gliederung zusammengestellt zu haben, die sich durch fette Literatur speist. Das ganze ist mehr wieder so ein pseudophilosophieren (so ungefähr, wie Charlotte Roche mit Künstlern diskutiert hat “Bush ist schlecht für Amerika”), bei dem jeder gerne mitmachen darf.)

Jugendpastor – Trendberuf(ung) unter Bibelschulabsolventen

Letzte Woche habe ich bei George (dem anderen) gelesen, dass er demnächst in Wolfsburg einen Halbtagsjob als Jugendpastor annimmt. Und das in der Gemeinde, in der mein Schwager dann sozusagen Seniorpastor ist. (Lieber Jürgen, ich gebrauche im Folgenden einige Male diesen Begriff, denke dabei aber in keinsterlei Weise an dich!)

Aus der Gemeinde meiner Schwiegereltern ist mir bekannt, dass dort in kürze Adrian ebenfalls als Jugendpastor und auch in Teilzeit beginnt. Bei ihm kann man von einem Jugendpastorsharing sprechen, da er auch in Dinslaken diese(n) Beruf(ung) ausüben wird.

Das sind nur zwei Beispiele dafür, dass immer mehr (oder eigentlich fast immer) Bibelschul- und Theologieabsolventen das Amt eines Jugendpastors anstreben.

Bei mir war das damals ja genau so. Und aus meiner subjektiven Sicht betrachte ich das Ganze nicht skeptisch, aber mit einer gewissen Besorgnis.

Ich denke, ich bin nicht der einzige, der nach eben diesem Wege die Flinte ins Korn geschmissen hat. Was sind die Gründe hierfür? Habe das jetzt nicht groß durchdacht und schreibe das einfach mal aus dem Bauch heraus:

  • In den deutschen Freikirchen gibt es den unausgesprochenen Mythos “Radikale Reich Gottes Arbeit bedeutet alles aufzugeben, Theologie (am besten an der Bibelschule des eigenen Gemeindebunds) zu studieren und danach als Pastor zu arbeiten.
  • Andere Berufungen werden in Freikirchen nicht ernsthaft diskutiert (nur blöd für die Mädels, weil diesen diese Berufung nicht überall zugestanden wird – also einen Bibelschüler heiraten und anschließend Pastorenfrau werden oder als Single auf die Notlösung “Missionarin” mit rein diakonischer Ausrichtung zurückgreifen).
  • Die wenigsten der Bibelschulabsolventen oder Jahrespraktikanten, Vikare oder wie auch immer wir die Zeit nach dem Studium nennen möchten, sehen sich nicht als “gewöhnlicher” Pastor in der “gewöhnlichen” Gemeinde XY. Aber zum Glück bzw. Gott sei Dank gewinnen immer mehr Gemeinden einen Blick für “professionelle” Jugendarbeit, die am besten von einem professionel ausgebildeten Theologen in Form eines Jugendpastors unter Aufsicht des Seniorpastors geführt wird.
  • Die Jugendpastoren treten ein schweres Erbe an, denn insgeheim handelt man sie einerseits unter den Jugendlichen und den hoffenden Eltern der Jugendlichen als Heilsbringer. Andererseits sollen sie die Jugendlichen bei der Stange halten, sprich sie auf die Gemeindelinie einschwören.
  • Jugendpastoren verzweifeln früher oder später, weil sie zum einen ihr eigenes Potenzial und das der anderen Jugendlichen und somit der ganzen Jugendgruppe entdecken, zum anderen sie aber gebremst werden, wenn sich die Gruppendynamik Richtung Jugendkirche entwickelt. Der Seniorpastor sieht dann Alarmstufe Rot und bestellt den Jugendpastor (am besten vor versammelter Gemeindeleitung) zum Report.
  • (Rendbemerkung: Wenn Jugendarbeit sooo wichtig ist, warum werden Jugendpastoren immer nur “teilweise” bezahlt. Das sehe ich wirklich sehr kritisch, weil sich die allermeisten Gemeinde leider immer in heftige Immobilliengeschichten verstrickt haben, um sich ihren Gemeindtraum von einer modernen Freikirche in Form eines Gebäudes zu verwirklichen. Abschlagszahlungen geben dann einfach nichts mehr her. Warum braucht jede Freikirche ihre eigenen vier Wände? Das habe ich immer noch nicht verstanden. Hier haben sich Freikirchen noch nicht wirklich vom alten Denken verabschiedet.)

Ja, du hast recht. Und du hörst auch einen leicht sarkastischen Unterton heraus, aber keine Verbitterung, wirklich! Und genau, es ist meine “empfundene” Geschichte. Aber auf die subjektive Sicht der Dinge hatte ich ja Eingangs schon hingewiesen.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass mein damaliger Aussteig die richtige Entscheidung war. Eines hätte ich mir damals aber mehr gewünscht: den Arsch in der Hose, um meine eigene Meinung nicht wegen einer beschissener Gemeinekonformität und -loyalität aufzugeben. Dazu gehört eine gewisse persönliche Reife.

Und die wünsche ich all euch angehenden Jugendpastoren …

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