Ab und an kommt Jannis auf das Thema Tod zu sprechen und stellt ein paar Fragen dazu. Dann erzähl ich ihm von meiner Hoffnung auf ein ewiges Leben ganz nah bei Gott. Als ich ihn heute Abend zu Bett brachte, hakte er noch einmal nach, was dann passiert. Spontan musste ich an die Bibelstelle aus Johannes 14,1+2 denken:
“Seid ohne Sorge, und habt keine Angst!” forderte Jesus seine Jünger auf. “Vertraut Gott, und vertraut mir! Denn im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten.
Zum Glück habe ich es aufgegeben, mit Kindern theologisch korrekt zu diskutieren. Und so fing ich an zu schwärmen:
Wenn wir sterben, dann kommen wir auf eine neue Erde. Da kann uns nichts Schlimmes mehr passieren. Wir werden uns nicht verletzen und deshalb auch nicht heulen müssen. Und weißt du was echt cool ist: Jesus baut für uns ein geniales Haus. Viel, viel besser und größer als unseres Haus hier. Er baut eins für mich, für dich, für Mama und Bennet.
Plötzlich funkeln Jannis’ Augen:
Was? Für dich und mich? Mann, dann werden wir uns da ja wieder sehen.
Spüre in mir Glückhormone aufsteigen, weil mein Großer so richtig Bock auf Ewigkeit und so bekommt. Ich setz dann noch einen drauf:
Dann können wir bestimmt so richtig coole Sachen machen, z.B. einen Purzelbaum in der Luft und so …
Jannis grinst und fragt nach, wie denn das Haus aussehen wird, das Jesus für ihn baut. Mal so richtig ins Schwärmen gekommen antworte ich:
Weißt du was, du kannst Jesus schon mal sagen, wie du dein Haus haben möchtest. Der kann dir die abgefahrensten Sachen bauen.
Mein Sohnemann ist platt. Seine Augen werden immer größer (dabei soll er doch eigentlich bald schlafen). Ich spüre, mit welcher Fantasie er sich sein Haus vor Augen malt. Nach ein paar netten Worte, einem Kuss und einem Gute Nacht-Wunsch verlasse ich das Zimmer. Doch nach ein paar Minuten ruft mich Jannis erneut:
Papa, weißt du, was ich Gott gerade gesagt habe? Er soll mir in mein Haus eine mega lange Rutsche bauen. Die soll so lang sein wie keine andere. Aber das Becken unten will ich dann noch selbst dazu bauen (dabei denkt er offensichtlich an eine Wasserrutsche).
Und so ruft er mich noch weitere zwei Male herein und erzählt mir von seinen neusten Vorstellungen. Zum Schluss sag ich ihm:
So, und jetzt schlaf ein. Du kannst dabei ruhig weiter davon träumen, denn Gott bekommt ja auch deine Träume mit.
Diese funkelnden Augen werde ich für mein Leben nicht vergessen. Und ich habe gelernt, die Ewigkeit mehr aus den abenteuerlüstigen Augen eines Kindes zu betrachten. Auf die Rutsche freu ich mich auch schon …