Archive for Oktober, 2006

Tracking Treasure Down – Gabriel & Dresden

Wenn ich ein Album des Jahres wählen müsste, würde ich für die Kategorie Dance Gabriel & Dresden mit ihrer gleichnamigen Scheibe vorschlagen. Hier wurde kein billiger Eurodance Scheiß produziert, sondern Tanzmusik vom Feinsten mit einem schönen Schuß Melancholie. Let’s dance … ;-)

Ich geb’ mir dir Kante

Die Scheibe ist zwar schon ein paar Monate alt. Habe aber erst gestern in die neue Kante reingehört. “Die Tiere sind unruhig” gefällt mir außerordentlich gut. Fette Kritiken gibts auf laut.de und Spiegel-Online zu lesen.

Cover des neuen Kante Albums - Die Tiere sind unruhig

Hört euch unbedingt mal den Titelsong des neuen Albums auf der Band-Homepage an!!!

Entsetzen

Kollektives Entsetzen über Skandalfotos deutscher Soldaten. Doch was mich wirklich entsetzt ist die Tatsache, dass Daisy von uns gegangen ist. Meine Freunde aus München wussten es bereits gestern: Daisy, das Maskottchen des schillernden Münchner Modemachers, ist tot.

Daisy und Mosi

Wie die Bild berichtet, konnte das arme Tierchen zuletzt nicht mehr richtig atmen. Ein Tierarzt diagnostizierte kürzlich eine Verengung der Luftröhre. Medikamente schlugen nicht an.

Spiegel-Online weiß, dass Daisy schließlich daheim bei ihrem Betreuer Andreas Kaplan, dem ehemaligen Chauffeur Moshammers, gestorben sei. In den Stunden ihres Todes spielte Kaplan der Hündin laut “Bild” Moshammers CD “Bekenntnisse einer Hundedame” vor. “Wenn Daisy seine Stimme hört, ist das Balsam für ihre Seele, und sie träumt von ihm”, zitiert die Zeitung den Chauffeur. Am Nachmittag sei der Hund im Krematorium “Tiertrauer” in München-Riem eingeäschert worden.

Ach, das nimmt mich alles so mit. Auf einmal tut es mir so unendlich leid, dass ich auf all die Herrchens mit ihren scheißenden Hunden, die mein Grundstück und Gehweg beschmutzen, so wütend sein konnte. Wie konnte ich nur solche Gefühle hegen.

Die Bild fragt: Ist Daisy jetzt bei Mosi im Himmel? Und: Was wird nun aus der Tragetasche, in der Daisy stets rumgetragen wurde? Ich schau mal bei Ebay nach …

Manchmal

Heute musste ich darüber nachdenken, dass wir bereits vor einem halben Jahr in unsere Hütte gezogen sind. Mann, wie schnell doch die Zeit vergeht. Ich find es aktuell echt herausfordernd, wie ich meine Freizeit nutze. Was ist überhaupt Freizeit? Überwiegend habe ich nicht das Gefühl, dass mir eine Menge an Freizeit zur Verfügung steht: Aufstehen, Jannis und mich startklar machen, den Job bewältigen, gemeinsames Familienabendessen, die Abendprozedur und dann aufräumen. Danach kann ich meine Zeit selbst ein wenig einteilen, wobei es einige Restriktionen zu beachten gilt. Also mal schnell mit Doro ins Kino, weil wir einfach mal Bock dazu haben, ist eben mit zwei Kleinkindern nicht mehr möglich.

Manchmal empfind ich das schon als Einengung. Manchmal sehn ich mich danach, an einem Sonntag Nachmittag mal ganz relaxt zwei Stunden Kaffee zu trinken, mir dabei eine CD reinzuziehen. Manchmal hätte ich auch nichts dagegen, mal wieder auszuschlafen. Ja, manchmal …

Aber meistens gehts mir gut damit.

Gut gehts mir jetzt auch, weil der FCK gestern in München einen Dreier eingefahren hat. Yeah! Gruß an die Blogkollegen aus München … :lol:

Creative Union – oder: Die Suche nach der geeigneten Plattform

Sonntag in einer Woche bin ich für den Worship im Gottesdienst verantwortlich. Vor ein paar Wochen hatte ich mich noch voller Elan dazu gemeldet, weil ich ein Experiment starten wollte. Und zwar dachte ich mir das so: ich mach mal echt einen auf Electro und rock die Bude. Je näher der Termin kommt, desto mehr Zweifel hege ich in meinem Herzen. Und wenn das Herz verzagt ist, wird es immer schwer. Ich grüble darüber nach, ob eine solche Aktion wirklich Sinn macht. Denn die Leute werden damit überhaupt nichts anfangen können. Und die Sprüche „Ja, toll! Das war mal was anderes. Weiter so …“ machen mich nicht wirklich heiß.

Es wird darauf hinauslaufen, dass ich ein paar bekannte Songs nehme, dazu ein paar Loops laufen lasse, Decken drüber lege, ein paar weitere Sequenzen programmiere und dazu auf dem Klavier rumspiele. Kann nett werden, kann aber auch in die Hose gehen. Nun ja, ich komme immer mehr zur Feststellung, dass mir irgendwie eine geeignete Plattform fehlt, auf der ich mich austoben kann und das Gefühl habe, künstlerisch verstanden zu werden und mit anderen auf einer spirituellen Welle zu funken. Meine Gemeinde und die Leute dort sind voll nett. Und ich liebe es, dort zu sein, weil alles so unverkrampft und locker ist. Außerdem fühlt sich meine Familie dort sehr wohl. Aber trotzdem bleibt die Feststellung von eben. Ich muss aufpassen, nicht nur aus Loyalität „Dienste“ zu übernehmen, denn das führt schnell zu einem herzlosen Rumgestresse.

Aktuell denke ich also über die geeignete Plattform nach. Ich glaube, da bin ich sicherlich nicht der einzige. Andere haben sich ihre Plattform geschaffen, weil sie Gemeinde geworden sind. By the way: ich halte das mittlerweile für ein schlagfertiges Argument, die eigene Church aufzumachen. So weit denke ich zwar noch nicht. Aber ich frag mich gerade, ob man nicht so eine Art Creative Union in Pforzheim oder so aufmachen sollte, wo all der kreative Scheiß mal jesusmäßig rausgelassen werden kann. Hm, die Idee find ich irgendwie sympathisch. Aber wie nur kann so was funktionieren? Und wer ließe sich dafür überhaupt heiß machen? Oder ist das auch nur wieder so eine halbe Sache, die bald versandet?

Für George Schüle – Kung Fu Casting

Habe von Kollege Grischa mal wieder eine heiße Video-Empfehlung erhalten. Ich widme diesen Post George Schüle. ;-)

Freche Sprüche

Heute hatten wir Familie Schüle im Haus. Es ist immer schön, sich mit netten Freunden und alten Wegbegleitern zu treffen. Unsere Kids hatten natürlich auch was zu sagen. Hier die frechsten Sprüche von Jannis und Joela:

Wir gehen spazieren und kommen an einem Schweinestall eines Bauernhofs vorbei. Da fragt mich doch Joela rotzfrech:

George, hast du einen Pups gelassen?

Jannis hat die Familienehre wieder hergestellt, in dem er die von Siggi hergestellte Mangoldtorte wie folgt kommentiert:

Igitt!

Living in a magazine – Zoot Woman

Habe gerade auf laut.fm Living in a magazine von Zoot Woman gehört und erinnerte mich an die zwei geilen Alben der Jungs um Stuat Price. Nach ein paar Klicks erfuhr ich, dass sie gerade in Deutschland auf Tour sind. Und so ein pech, am heutigen Samstag waren sie in Stuttgart. Hätte ich das mal gewusst, wäre sogar mal rüber zu den Schwaben gefahren. So bin ich mal wieder bei YouTube gelandet.

Fußballphilosophie

Vor ein paar Tage bin ich über eine Aussage Nick Hornbys gestoßen:

Wenige von uns haben sich ihren Verein ausgesucht, er wurde uns gegeben.

Hornby, bekannt für seine Bestseller High Fidelity und About a Boy ist bekennender Anhänger FC Arsenals. Seit dem Lesen dieses Zitats muss ich immer wieder darüber nachdenken.

Einerseits erklärt er einfach, wie ich zu „meinem Verein“ kam. Ich habe ihn mir nicht ausgesucht (dann wäre ich wohl Dortmund oder Bayern Fan). Als gebürtiger Neustädter (an der Weinstraße) mit Mutter aus K-Town wurde ich schon als kleiner Bub von meinem Onkel mit auf den Betze geschliffen. Und einmal die Luft vom höchsten Fußballberg Deutschlands geatmet, komm ich von diesem Verein nicht mehr los, auch wenn die letzten Jahre sehr mies gelaufen sind.

Manchmal fragt mich Doro, warum ich denn so in den FCK vernarrt wäre. Dann find ich darauf keine richtige Antwort. Ich kann das nicht einfach abschneiden oder loswerden. Das Mitfiebern mit diesem Verein wird wohl bis zum Ende meines Lebens angesagt sein.

Anderseits denke ich auch über soziale Parallelen nach. Keiner hat sich seine Herkunft, seine Familie, seinen Kindergarten oder Grundschule ausgesucht. Alles wurde uns gegeben. Den einen wurden bessere Voraussetzungen gegeben. Die anderen müssen sich mit Wenigem begnügen. Extrem ätzend ergeht es den Kevins, die schon mit zwei Jahren von ihren Vätern getötet werden. Wenn ich so was höre, könnte ich alle Regale und Schränke umhauen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Innerlich schreit meine Seele „Warum Gott? Warum lässt du so eine verdammte Scheiße zu?“ Und dann frag ich mich, was ich gegen diese ganze Scheiße mache. Zuviel Focus liegt einfach auf meinem gut bürgerlichen  und selbstzufriedenen Leben (Haus bauen und abzahlen, einen guten Job machen, später mal einen echten Neuwagen kaufen usw.).
Wenn ich nur mal an mein Land denke, sehe ich so viele beschissene Situationen. (An mehr kann ich zurzeit einfach nicht denken, weil ich sonst angeschlagen zu Boden gehe.) Und ich nehme mich keiner einzigen Not an. Ich muss echt mal beginnen, in dieser Hinsicht meinen Lebensstil zu hinterfragen. Irgendwie frisst die momentane Lage den Robin Hood in mir auf. Ihr seht, über Fußball zu philosophieren kann manchmal sehr herausfordernd werden …

Wo landen wir mal?

Ab und an kommt Jannis auf das Thema Tod zu sprechen und stellt ein paar Fragen dazu. Dann erzähl ich ihm von meiner Hoffnung auf ein ewiges Leben ganz nah bei Gott. Als ich ihn heute Abend zu Bett brachte, hakte er noch einmal nach, was dann passiert. Spontan musste ich an die Bibelstelle aus Johannes 14,1+2 denken:

“Seid ohne Sorge, und habt keine Angst!” forderte Jesus seine Jünger auf. “Vertraut Gott, und vertraut mir! Denn im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten.

Zum Glück habe ich es aufgegeben, mit Kindern theologisch korrekt zu diskutieren. Und so fing ich an zu schwärmen:

Wenn wir sterben, dann kommen wir auf eine neue Erde. Da kann uns nichts Schlimmes mehr passieren. Wir werden uns nicht verletzen und deshalb auch nicht heulen müssen. Und weißt du was echt cool ist: Jesus baut für uns ein geniales Haus. Viel, viel besser und größer als unseres Haus hier. Er baut eins für mich, für dich, für Mama und Bennet.

Plötzlich funkeln Jannis’ Augen:

Was? Für dich und mich? Mann, dann werden wir uns da ja wieder sehen.

Spüre in mir Glückhormone aufsteigen, weil mein Großer so richtig Bock auf Ewigkeit und so bekommt. Ich setz dann noch einen drauf:

Dann können wir bestimmt so richtig coole Sachen machen, z.B. einen Purzelbaum in der Luft und so …

Jannis grinst und fragt nach, wie denn das Haus aussehen wird, das Jesus für ihn baut. Mal so richtig ins Schwärmen gekommen antworte ich:

Weißt du was, du kannst Jesus schon mal sagen, wie du dein Haus haben möchtest. Der kann dir die abgefahrensten Sachen bauen.

Mein Sohnemann ist platt. Seine Augen werden immer größer (dabei soll er doch eigentlich bald schlafen). Ich spüre, mit welcher Fantasie er sich sein Haus vor Augen malt. Nach ein paar netten Worte, einem Kuss und einem Gute Nacht-Wunsch verlasse ich das Zimmer. Doch nach ein paar Minuten ruft mich Jannis erneut:

Papa, weißt du, was ich Gott gerade gesagt habe? Er soll mir in mein Haus eine mega lange Rutsche bauen. Die soll so lang sein wie keine andere. Aber das Becken unten will ich dann noch selbst dazu bauen (dabei denkt er offensichtlich an eine Wasserrutsche).

Und so ruft er mich noch weitere zwei Male herein und erzählt mir von seinen neusten Vorstellungen. Zum Schluss sag ich ihm:

So, und jetzt schlaf ein. Du kannst dabei ruhig weiter davon träumen, denn Gott bekommt ja auch deine Träume mit.

Diese funkelnden Augen werde ich für mein Leben nicht vergessen. Und ich habe gelernt, die Ewigkeit mehr aus den abenteuerlüstigen Augen eines Kindes zu betrachten. Auf die Rutsche freu ich mich auch schon …

Nächste Seite »