Archive for Dezember, 2006

2006 – ein ziemlich intensives Jahr

Sitze mit meinem Notebook auf meiner neuen Ledercouch in meinem neuen Haus und zieh mir mit Johnnys alten Kopfhörer die neue Gabriel & Dresden rein, die mir Doro unter unseren wohl geschmückten Weihnachtsbaum gelegt hat.

Wenn ich auf 2006 zurückblicke gibt es zwei Zustände, die mir einfallen:

Zufriedenheit

Doro und ich könnten das Jahr auch unter das Motto „Jahr der Innovationen“ stellen. Zunächst sei hier unser Bennet genannt, der nicht mehr wegzudenken ist und vor ein paar Wochen seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Mann, bin ich Gott für diesen süßen Kerl dankbar. Ende April sind wir dann ins neu errichtete Eigenheim nach Niefern gezogen. Und dann habe ich seit einem Jahr einen neuen Job, der mir so richtig Spaß macht und auch Perspektive bietet.

Yeah, Doro, wir haben 2006 gepackt! Weißt du noch, wie wir vor 12 Monaten gesagt haben „wenn wir erst einmal das nächste Jahr geschafft haben! …“ Baby, ich find, wir haben das riesig gemeistert. Du bist so unglaublich stark, diszipliniert und optimistisch. Und wenn ich dich mit unseren Kerlen sehe, dann habe ich mir schon die eine und andere Träne weggewischt.

Erschöpfung

Die Siege haben aber auch ihren Preis. Ich fühl mich einfach nur erschöpft. Zwischendurch, und das war ja hier auch einige Male zu lesen, hat mich diese ganze Hausgeschichte ganz gewaltig angepisst. Auch heute frage ich mich hin und wieder, ob der ganze Einsatz gerechtfertigt ist. Vor allem, weil es auch im nächsten Jahr noch genug zu erledigen gibt.

Ein zweites Kind stellt das bisherige Familienleben noch einmal gehörig unter Druck. Haso hat mal in einem persönlichen Gespräch gesagt, dass jedes weitere Kind nicht mehr so viel Aufwand wie das zuvor geborene darstellt. Ich kann das nicht ganz unterstreichen. Das ältere Kind wird zwar auf der einen Seite „pflegeleichter“, konfrontiert dich aber auch weiterhin mit neuen pädagogischen Herausforderungen, die zunehmend ein hell waches Hirn voraussetzen („warum ist das so?“, das theologische, philosophische und intellektuelle Dimensionen einnimmt). Und das zweite Kind benötigt noch einmal die volle Grundversorgung Tag und Nacht. Die Nächte sind unterbrochen, die Morgende beginnen um sechs Uhr und wenn alles Rund läuft, schlafen die zwei Herren zur Tagesschau. Danach wird der Haushalt noch ein wenig auf Vordermann gebracht und der wichtigste Papierkram erledigt. Mal so relaxt ins Kino oder mit Freunden ein Bierchen trinken gehen ist nicht mehr drin bzw. man hat einfach keinen Bock mehr drauf.

Und jobmäßig versuch ich auch Gas zu geben. Will weiterkommen, meine Chance nutzen und eine saubere Arbeit abliefern. Manchmal kommen Projekte in eine Phase, da wird es dann auch mal stressiger. Von wegen „nine to five“.

All das zu handlen fällt mir nicht immer einfach. Aber ich hab’s gepackt. Und deshalb bin ich zufrieden. Vor allem bin ich dankbar. Meinen Chefs und Kollegen für einen geilen Job. Meiner Doro, mit der ich diese tolle Familie haben darf. Und meinem Gott, durch dessen Gnade ich bin, was ich bin. Und ich definiere mich primär als ein geliebtes Kind Gottes.

Freunde, Gott mit euch! Auch ihr habt eure Herausforderung zu meistern. Dazu Gottes Kraft und Durchblick! Und vor allem wünsche ich euch, dass jeder auf seine Art und Weise spürt, dass Gott ihn liebt.

Fünf Dinge, die du nicht von mir wusstest

    Haso hat mich aufgefordert, dass ich mich hier mal zum Thema “Fünf Dinge, die du nicht von mir wusstest” oute. Meine Offenbarung habe ich unter dem Motto “Mein erstes Mal” verfasst:

    1. Meine erste Vinyl
      Van Halen – Why Can’t This Be Love
      (neu, 1986)
      Van Halen - Why Can't This Be Love
    2. Meine erste CD
      The Charlatans – Between 10th and 11th
      (neu, 1992)
      The Charlatans - Between 10th and 11th
    3. Meine erste DVD
      Peter Gabriel – Secret World Live
      (neu, 2003 – Konzertmitschnitt vom 16. und 17. November 1993, in Modena, Italien, der nachträglich als DVD released wurde)
      Peter Gabriel - Secret World Live
    4. Mein erstes Automobil
      Opel Ascona B
      (hell gelb, gebraucht, 1990 – das coolste Auto, das ich bisher hatte!)
      Opel Ascona B
    5. Mein erster Stadionbesuch
      1. FC Kaiserslautern : Hamburger SV 0:2
      (am 21.01.84)
      Betzenberg

    Vermutlich muss ich jetzt auch noch andere Blogkollegen auffordern. Wünsche mir von Christian, Torse, Babsi, Sascha und Ufi ein Bekenntnis von fünf Dingen in ihrem Leben, von denen ich noch keine Ahnung habe.

    Zurück aus Skandinavien

    Ich war die Tage ja in Willershausen. Da gibt es ein Ersatzteillager einer bekannten deutschen Firma. Dort waren wir sowohl örtlich als auch netztechnisch weitestgehend von der Außenwelt abgenabelt (große Firmen gehen da ja sehr restriktiv vor). Dann erinnerte ich mich, dass es früher auch so war. Schon komisch, wie sehr man sich im Laufe der Jahre an das Internet gewohnt hat und zu einem Informationsjunkie wird.

    Auf den Zugfahrten habe ich ein wenig im Jesus-Faktor geblättert oder meinem Portie gelauscht (unter anderem die Scheibe von Tiga, einigen vielleicht bekannt durch seine Coverversion von “Sunglasses At Night”).

    Mann, ich war nur zwei Tage weg, hatte aber eine tierische Sehnsucht nach meiner Familie. Gut, dass ich wieder zu Hause bin.

    Ich mache nicht schlapp …

    … aber momentan fehlt mir die Luft zum energischen bloggen. Doro liegt seit Freitag krank und fiebrig im Bett. Meine Schwiegermutter war die vergangene Woche bei uns, damit Doro und ich auf die Firmen-Weihnachtsfeier hätten gehen können. Leider hat es diesmal nicht geklappt, dabei hatten wir uns beide schon so drauf gefreut. :-(

    Bennet ist auch nicht so richtig gut drauf. Zum Glück hat mir mein Chef heute die Möglichkeit gegeben, meine Arbeit vom Home-Office aus zu tun. So konnte ich Doro ein wenig entlasten. Gott sei Dank geht es ihr besser. Die Infektion klingt ab. Aber die Power fehlt noch.

    Am Mittwoch und Donnerstag werde ich geschäftlich gen Norden unterwegs sein. (Aus Pforzheimer Sicht beginnt der Norden oberhalb vom Waldorfer Dreick. Dänemark beginnt mit dem Frankfurter kreuz. Ich bewege mich demnach die nächsten Tage ganz tief in Skandinavien.)

    An die Blog-Kollegen: Haltet die Fahne hoch!

    Madonna, Herbert, George, du und ich

    Für gewöhnlich werfe ich tagtäglich einen Blick auf Spiegel-Online. Am Tage meines Geburtstags fiel mir folgender Teaser auf:

    Herbert Grönemeyer reist in den Kongo, George Clooney stattet Darfur einen Besuch ab, und Madonna adoptiert ein malawisches Waisenkind. Prominente fahren nach Afrika, um im Elend das eigene Gutsein zu spüren – doch nicht immer sind ihre Missionen von Erfolg gekrönt.

    Auch diesen Bericht habe ich nicht gelesen. Aber der Gedanke, dass Promis das Elend aufsuchen, um das eigene Gutsein zu spüren, hat mich weiterverfolgt. Doch meine Gedanken drehten sich nicht nur um Madonna, Herbert und George. Inwieweit ist das nicht die Strategie eines jeden einzelnen. Gut, mal schnell nach Malawi und ein Kind adoptieren ist nicht drin. Aber es gehört doch zunehmend zur feinen Art, fair einzukaufen. Keine Angst, ich werde mich jetzt hier überhaupt nicht gegen Fair Trade erheben. Doch ist das nicht auch so eine Art, das eigene Gutsein zu spüren, weil man eben dann nicht mehr für die kleinen, arbeitenden Kinder in Indien verantwortlich ist. Im besten Fall unterstütze ich durch den Kauf meines Fair Trade-Produktes auch noch einen diskriminierten Personenkreis, der sonst nie die Chance gehabt hätte, eben jenes Produkt herzustellen. Verzeiht mir dieses unbequeme Nachfragen.

    Ein anderes Thema geistert auch noch in meinem Kopf rum: Was heißt eigentlich Authentizität? Mein Blog-Kollege Sascha stellt die Forderung „man müsste mal EXTREM authentisch sein“. „Authentisch sein“ ist ja zurzeit auch ziemlich trendy. Aber was bedeutet das? Ehrlich sein? Transparent sein? Das sagen, was man denkt bzw. fühlt? Authentizität kann auch als Mittel (miss-)braucht werden. Auch hier gibt es kein weiteres Statement von mir. Wollte nur mal so sagen, was mich hin und wieder zum Nachdenken bringt. Und außerdem bin ich auch nicht so der Antwort-Typ. Antworten ergeben sich für mich in seltensten Fällen durch die Worte eines Menschen. Sie inspirieren vielleicht. Muss nicht jeder selbst zu einer (Ver-)Antwort durchdringen?

    Doro hat mich mit zwei tollen Geschenken überrascht:
    Das Hammer-Album Today von Junkie XL. Danke, Baby, das groovt! Hier der Clip mit der gleichnamigen Single, wobei mir die anderen Tracks noch besser gefallen:

    Und dann hat sie mir noch „Der Jesus-Faktor“ von Kester Brewin geschenkt. Das Buch wurde mir ja von einigen schon empfohlen. Der deutsche Titel ist aber definitiv unglücklich, weil der ja eher mit einem konservativen, amerikanischen Politiker in Verbindung gebracht werden. Egal, ich bin auf das Buch gespannt …