Da ich Woche für Woche den Großteil meines Arbeitsweges auf der Autobahn verbringe, muss ich hier einfach mal meinen Unmut gegen die penetranten Rechtsfahrgebotmissachter zum Ausdruck bringen. Überwiegend treffe ich dabei auf zwei Personen. Die eine heißt Ulrike, ist 36, mit Manfred befreundet und hatte einen liebevollen Vater, der ihr in jungen Jahren immer wieder Selbstbewusstsein einflößte „Uli, geh deinen Weg!“. Diesen nimmt sie primär auf der Mittelspur deutscher Autobahnen getreu dem Motto „Go Uli! Go!“ ein. Bei 128,5 km/h trällert sie zu SWR3, träumt von einem Jahresurlaub in Kanada und vergisst dabei völlig den Kontext. Mädchen, schau verdammt noch mal in deine Rückspiegel und nimm den von dir verursachten Stau war. Ich und viele andere können nämlich nicht einfach mit unseren alten Opel Astras links ausscheren und mal geschwind von 120 auf 170 beschleunigen, weil das nun mal gerade der Flow der dritten Spur ist. Und rechts ist erst in Kilometerentfernung ein LKW auszumachen.
Auch sehr nervig sind die motorisierten Wilfrieds. Sie sind zwischen 40 und 55 Jahren, verbittert seid Kindheit, gönnen auch im Job keinen Kollegen das Vorbeiziehen und sind nur politisch rechts unterwegs. Sie treiben dämliche Spielchen, in dem sie dich zum Überholen provozieren, dann aber beschleunigen und deine Kiste dann alt aussieht, weil der aus dem nichts angeschossene dicke 7er hinter dir aufblendet. Dir bleibt nur das Aufgeben und du musst dich wieder hinter Wilfried anstellen, der sich tot grinst.
Ich gebe mir alle Mühe, die Prinzipien des Rechtsfahrgebots einzuhalten und sehe darin auch keine großen Nachteile. So ein ständiges Fahrbahngewechsel beim Überholen bringt auch definitiv mehr Spaß. Aber mir geht dabei auch noch was anderes auf die Eier. Und zwar sind das die Kerle, die mit mindesten 120 Pferdestärken kutschieren, aber auch nur mit schlappen 150 km/h unterwegs sind. Von denen verlange ich ein wenig mehr Respekt und vorausschauendes Fahren. Respekt, wenn ich mich in seltenen Fällen mal mit ihrer Geschwindigkeit verrechnet habe. Außerdem kann nicht immer nur ich es sein, der auf die Bremse tritt, nur damit sie ihren bescheidenen Fluss von 150 beibehalten können. Diese Wichtigtuer blenden doch schon auf, wenn sie ihre Geschwindigkeit um 20 km/h reduzieren müssen und machen dann so einen auf „Mann, dass war jetzt aber total unvorsichtig von dir. Das hätte aber so was von schief gehen können. Und jetzt musste ich aber so was von abbremsen, das ist echt ärgerlich.“ Euch Firmenwagenfahrer bitte ich außerdem auch um ein vorschauendes Fahren. Warum könnt ihr nicht von der Mittelspur auf die linke rüber ziehen, damit ich nicht vor einem blöden Brummi mit 80 auflaufen muss. Links wäre alles frei, aber so oft ignoriert ihr mich, trotz meines gesetzten Blinkers. Augen auf und mitdenken, was für unsereins hilfreich wäre.
Danke, Respekt und Gute Fahrt