Trainer Guido Buchwald (Alemannia Aachen) hat gestern mit seinem Zweitliga Team gegen den erstligisten aus Bochum gewonnen. Dessen Spruch nach Spielende verstehe ich nicht. Was wollte er eigentlich sagen?
Wir haben verdient gewonnen. Ich habe vorher gesagt, dass Bochum momentan besser ist und wir momentan auf Augenhöhe sind.
Bochum ist momentan besser. Aber momentan sind wir auf Augenhöhe. He???
In der Mittagspause in den Media Markt gelaufen um in die neue Underworld rein zu hören. Die vorab gelesenen Kritiken sprachen von einer durchschnittlichen Platte mit Hang zur Langeweile. Nach nur ein paar Beats haben mich Hyde und Smith voll gepackt. Da stehst du in einem riesigen Elektro-Discounter und kannst fast nicht mehr innehalten. Du möchtest die Hände zum Himmel heben und in Zungen singen. Spirituell ohne Ende. Was würde Jesus hören? Underworld!
Irgendwie beschäftigt mich das Thema schon länger (z.B. Mach dich stark für starke Kinder). Ich selbst bin wohlbehütet aufgewachsen und genieße auch jetzt großen Segen. Gottes Segen darf ich zunächst einmal genießen, verpflichtet mich aber auch zur Weitergabe.
Interessant finde ich hierzu die Gedanken von Storch, der sich in seinem Post zwar ausdrücklich mit dem Thema Geld und Reichtum beschäftigt, was aber aus meiner Sicht auch ganz allgemein für Segnungen zutrifft:
Aber wie das Leben so spielt, auch wenn Gott uns überversorgen kann, heisst das noch lange nicht, dass ein Hang zum Reichtum eine gute Grundeinstellung ist. Wer Christ wird weil er glaubt, dass der Glaube ihn schon reich machen wird, der ist auf dem Holzweg und vom guten Weg abgekommen bevor er richtig darauf war.
Wenn Gott versorgt, dann damit sein Reich gebaut wird. Er stellt Ressourcen in unsere Verwaltung, aber nicht in erster und einziger Linie damit wir reich sind, sondern damit wir mit dem, was wir empfangen haben anderen dienen können. Es gibt Segen, der ist nur dazu da, effektiver zu dienen und es ist falsch solchen Segen um seiner selbst willen zu suchen, denn wenn wir das tun sind wir nicht mehr in der Lage ihn so ein zu setzen, wie wir sollten.
So ist Geld ein zweischneidiges Schwert: Gott hat genug davon und gibt seinen Kindern gerne etwas ab, aber kaum etwas stellt unseren Charakter auf eine schwerere Probe.
Für mich stellt sich nur die Frage, wann was wie losgehen sollte. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das was mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben könnte, die aus benachteiligten Situationen kommen.
Seit vergangener Woche ist das zweite Soloalbum von Dave Gahen auf dem Markt. Sein Erstlingswerk “Paper Monsters” enttäuschte mich sowohl song- als auch soundtechnisch. Aber auf dem darauf folgenden Depeche Mode Album “Playing the angel” gehört Gahans Song “Nothing’s impossible” zu meinen Lieblingssongs. Wollte er bei “Paper Monsters” noch den Rocker raushängen lassen, gibt er sich nun auf “Hourglass” mystischer und waviger. Die Songs hat er gemeinsam mit Christian Eigner (den meisten als Gast-Schlagzeuger bei den letzten DM-Konzerten bekannt) und Andrew Phillpott geschrieben und produziert. Ein sagenhaftes Trio!
Seine aktuelle Single “Kingdom” hast du vielleicht schon mal im Radio zwitschern hören:
Und das sagt Mr. Gahan zu den einzelnen Songs:
SAW SOMETHING
Diesen Song hörte ich in meinem Kopf und meinem Herzen, als ich mit dem Songwriting begann; ich konnte es kaum erwarten, ein Mikro in die Hand zu nehmen und ihn zu singen. Im Text geht es darum herumzusitzen, darauf zu warten, dass etwas kommt — eine Art Schutz, oder eine Antwort. Inzwischen habe ich gelernt, dass man losgehen und danach suchen, selbst die Initiative ergreifen muss. Dabei bin ich eher der Typ, der lieber herumsitzt und wartet; aber so läuft das nicht. Es mag seltsam klingen, aber ich glaube an eine Art göttliches Eingreifen, wenn man es zulässt. Wenn man es zulässt und nicht versucht, den Lauf der Dinge in die Richtung zu beeinflussen, die man selbst für ideal hält — worauf ich allerdings sehr viel Zeit verschwende –, dann können wirklich unglaubliche Dinge geschehen; Dinge, die man nie erwartet hätte. Aber dazu musst du selbst die Initiative ergreifen. Für mich ist dieser Song der Ausgangspunkt für etwas Neues in meinem Leben.
KINGDOM
Es geht um die Vorstellung, dass es einen besseren Ort gibt, und der ist nicht dort oben in den Wolken, sondern direkt hier. Und es geht darum, das Leben zu akzeptieren wie es ist. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass die Welt mich nicht tangiert. Ich habe Kinder und möchte sie schützen, und manchmal gelingt mir das nicht.
DEEPER AND DEEPER
Sehr sexuell und animalisch. Aber auch das ist ein großer Teil von mir, den ich bloßlegen wollte. Ich begann dieses Stück zu singen, und Christian meinte, dass ich drei Fuß vom Mikro entfernt stehen müsste, denn ich schrie es förmlich heraus. Es sollte dieses T. Rex-/Gary Glitter-Feeling haben, wie die Glam-Bands früher. Dabei ist es im Grunde ein typisches Blues-Ding, auf einer Idee einfach herumzuriffen.
21 DAYS
Diese Nummer baut sich um ein Summen auf, das an die Stooges erinnert, mit einer etwas eigenwillig gespielten Bassgitarre. Dazu singe ich mit meiner wirklichen Stimme, so wie ich die Worte ausspucke. Was den Text angeht, na ja, diese Sachen schleichen sich ein, wenn ich etwas lese oder sehe. Und ich glaube wirklich, dass wir einen Turm aus Angst aufbauen, in dem wir alle leben werden, bis wir uns bewusst dagegen entscheiden.
MIRACLES
Eins meiner Lieblingsstücke, weil es so exponiert ist. Visuell kommt es sozusagen aus dem Nebel und verschwindet wieder in ihm. Legt ein bisschen offen von dem, woran ich glaube, aber nicht alles. Ich verrate, dass ich nicht an Jesus glaube, aber trotzdem weiter beten werde. Religion ist kein Konzept das ich … ich halte es für archaisch. Gleichzeitig ertappe ich mich häufig dabei, wie ich zu etwas oder jemandem bete. Wenn der Text in sich widersprüchlich ist, liegt das daran, dass ich mir selbst ständig widerspreche. Die Sache ist die: Ich glaube nicht an Wunder, aber ich erlebe sie ständig in meinem Leben und im Leben anderer Menschen. Ich habe totales Vertrauen in das Leben und die Liebe, nur nicht zu Menschen. Aber im Grunde ist es ein Liebeslied. Und ich glaube an die Liebe, auch wenn ich mich vor ihr fürchte. Es gab eine Zeit, als ich mich selbst komplett verloren hatte, und wenn du dich verloren hast, ist es unmöglich, eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Das jetzt in meinem Leben zu haben, eine Familie zu haben, das ist das Wichtigste für mich.
USE YOU
Ziemlich dreckig. Diese Nummer handelt von meinem Ekel den Menschen gegenüber, dem Ekel vor mir selbst, meiner eigenen Arroganz und meinem selbstzerstörerischen Verhalten. Ich will etwas benutzen, will das Leben zur Flucht benutzen. Ich glaube, das kommt daher, dass ich als Kind dazu gezwungen wurde, zur Sonntagsschule zu gehen. Ich bekam laut und deutlich zu hören, dass wir alle Sünder sind.
INSOLUBLE
Hier geht es um das Wort, ich mag dieses Wort. Es geht um etwas, das man nicht berühren kann, aber du weißt, dass es da ist. Erst hatte ich das Gefühl, der Song würde es nicht auf die Platte schaffen, aber dann beschränkten wir uns auf das Wesentliche. Nun finde ich, dass er sich seinen Platz verdient hat.
ENDLESS
Handelt von dem Versuch zu glauben, dass es etwas am Ende des Tunnels gibt, das irgendwie alle Probleme löst; von dieser Illusion. Wir haben ‚Endless’ auf fünf verschiedene Arten aufgenommen. Zuerst haben wir es sehr hart gespielt, und das funktionierte nicht. Dann gingen Andrew und Christian aus und landeten in irgendeinem Club, wo der DJ den Beat umdrehte, und sie kamen ganz aufgeregt zurück. Also ließen wir Christian einen Versuch starten, und so entstand dieser ziemlich eigenwillige Beat. Selbst in einem Popformat kann sich der Song in viele verschiedene Richtungen entwickeln, wenn man sich der Herausforderung stellt und Experimente zulässt; das Ergebnis klingt sehr hypnotisch und ist doch gleichzeitig ein Popsong.
A LITTLE LIE
Dieses Stück hat eine Art John McGeoch/Siouxsie Sioux-Vibe. Sehr gothic, und daran ist ja nun wirklich nichts auszusetzen. Das ist wie bei diesen Songs, die echte Höhen und Tiefen haben und dich an einen seltsamen, ätherischen Ort entführen. Viele Depeche-Songs haben dieses Feeling, Martin und ich sind ganz eindeutig Mollakkord-Typen. Der Beat erinnert an eine Art Swamp Crawl, etwas aus dem ganz tiefen Süden; das kommt vermutlich daher, dass ich John Lee Hooker und Muddy Waters höre. In diesem Song mache ich mich über mich selbst lustig, verwende eine absolut bombastische Anfangssequenz und singe dann darüber, dass die Zeit für so etwas irgendwie vorbei ist.
DOWN
Eins meiner Lieblingsstücke. Es hat fast eine Art Country-Feeling. Die letzte kleine Reflexion darüber, wo ich mit Paper Monsters aufgehört habe. Visuell erinnert es an die Zeit, als ich nicht am Leben teilnahm. Allerdings gibt es immer noch Tage, da denke ich, was soll’s, jetzt köpfe ich die Flasche Jack Daniels.
Stimmt, es ist schon eine Weile her, dass ich hier meinen letzten Post veröffentlicht habe. Und vermutlich wird sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Dafür ist bei mir einfach zu viel los. Manchmal würde ich den einen und anderen Gedanken gerne veröffentlichen und anschließend diskutieren, bin dann aber doch zu faul. Irgendwie habe ich keine großen Ambitionen, mal ein ganz großer Blogger vor dem Herrn zu werden.
Insgesamt geht es mir gut. Bin so glücklich über meine Familie. Habe einen coolen Job. Spiele wieder regelmäßig Fußball. Ums Haus grünt es langsam. Bin einfach gesegnet. Danke Gott!