Archive for August, 2009

Jannis siebter Geburtstag und Sommerurlaub in Österreich

Am 15.08. feierte Jannis seinen siebten Geburtstag. Gott segne dich, mein Großer! Mein Herz ist immer bei dir! Das besondere: der kleine Mann zelebrierte seinen Geburtstag in zwei Ländern: morgens in Deutschland und abends in Österreich. Denn der Tag war auch der Tag unserer Abreise in den Sommerurlaub nach Österreich ins Großarltal.

Wir wussten nicht so recht, was uns erwartet und hatten uns einfach mal so in einer Art Familienfreizeit eingeklingt. Für mich war das prima. Ohne große organisatorischen Vorbereitungen einfach mal raus. Tags zuvor hatte ich noch einen Höllentag bis 1:30 Uhr an der Arbeit verbracht und wollte einfach nur raus. Super praktisch unser neuer Caddy, in dem wir alles ganz locker inkl. Kinderfahrräder einpacken konnten. Die Fahrt war zwar noch durch den einen und anderen Stau recht nervig. Dort angekommen, hatte ich schnell den Eindruck, dass sich das aber auszahlen sollte. Und so war es auch: viel Zeit mit der Familie und anderen Freunden verbracht. Nettes Gästehaus (Gruber!) mit Vollpension und sehr Familien gerecht für einen sehr, sehr fairen Preis gehabt. Vom Großarltal gibt es eine Menge Aktionen aus zu unternehmen. War eine sehr nette Zeit!

Mit den Helden im Porsche Museum

Das war nett: heute war ich mit meinen Motosport begeisterten Jungs im Porsche Museum. Liegt ja direkt vor der Tür. Und seit dem in den letzten Monaten nur noch über Autos, Auspuffrohen (”Papa, hast du den gesehen. Der hatte vier Auspuffe!!!”), Hubraum, PS und den Dingen, von denen ich keine Ahnung habe, aber ebenfalls Faszination verspüre, diskutiert wurde, habe ich heute die Jungs eingepackt und wir haben einen kleinen Ausflug nach Stuttgart-Zuffenhausen gemacht.

Tipp für Eltern, die das auch vorhaben: Der Eintritt für Erwachsenen liegt bei 8 EUR. Kinder bis 14 Jahre sind frei. Teilt das andere Elternteil nicht unbedingt die Begeisterung, könnte man oder frau auch darauf verzichten und somit Geld sparen. Mit Kindern benötigt man max. 2 Stunden. Selbst ohne Kids muss man nicht mehr als 3 Stunden einplanen.

georgos über Georg Müller

Vor kurzem habe ich mir den Film “Georg Müller – Ein Mann, der die Welt veränderte” angeschaut. Der Film ist so eine Art dokumentarische Biografie über meinen Namensvettern, der von 1805 bis 1898 lebte und als Wasienvater von Bristol bekannt wurde. Meine Begeisterung über die DVD hält sich in Grenzen. Da die Motivation zu diesem Film nicht kommerzieller Art ist, will ich keine kritische Beurteilung gegen die doch recht bescheidene Filmaufmachung abgeben. Enttäuscht bin ich aus einem ganz anderen Grund: Meiner Ansicht nach wird Georg Müller zu einseitig als Mann des Glaubens, der nur durch Gebet und Gottvertrauen sein Leben und Werk führt, dargestellt.

Für mich ist Georg Müller vor allem ein Mann der Barmherzigkeit, der die verdammte Ungerechtigkeit gegenüber den Waisenkindern nicht ertragen konnte. Dazu muss man wissen, dass ein Waisenkind ohne Auffangbecken auf die Straße geschmissen wurden. Kein Sozialarbeiter oder  Streetworker, der schnell zur Hilfe eilte. Keine Waisenrente, die gezahlt wurde. Keine Verwandschaft, die Mitleid hatte. Und auch keine Kirche oder Geistlicher, die sich erbarmten. Eine ganze Gesellschaft verachtete sie. Ein Waisenkind war damals quasi zu Tode verurteilt, da viele von Ihnen erfroren oder an Cholera erkrankten. Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Ihnen blieb nichts anderes übrig als Brot und Geld zu stehlen und so die Karriere eines Kleinkriminellen zu starten. Auf diesen Missstand machte damals Charles Dickens mit “Oliver Twist” aufmerksam.

Georg Müller konnte dieses Elend nicht länger ertragen und forderte seine Kirchengemeinde heraus: “Wie kann ich mich Jesu Jünger nennen und meine Augen vor diesen Kindern verschließen?” Was nichts anderes heißt, wie: “Wie kann ich Gottes Barmherzigkeit für mich geltend machen und danach ein Herz aus Stein haben?”

Und dieser Aspekt geht mir völlig im Film flöten. Okay, Georg Müller hatte eine Methode, die sehr nennens- und ehrenwert ist: Ich glaube, dass Gott mir einen sehr spezifischen Auftrag gegeben hat und mich dann auch mit allen notwendigen Mitteln versorgen wird, die ich dazu und zum Leben benötige. Deshalb muss ich keinen Spendenaufruf starten, weil Gott mich und die Arbeit eh versorgen wird.

Und letztlich geht es in diesem Film immer nur um diese megemäßigen Glaubenstaten, die Gott in letzter Sekunde auch immer “belohnt”.

Wenn man so einen Film sieht, kann man sich nur “Scheiße” fühlen, weil man nicht die Glaubenstaten eines Georg Müllers vorzuweisen hat. Und was ist mit all den diakonischen/karitativen/kirchlichen Einrichtungen, die Spendenaufrufe starten? Haben die etwa keinen Glauben?

Ich denke, dass Glaube sich vor allem in Barmherzigkeit zum Ausdruck bringt. Und ich denke auch, dass sich die Gemeinde Jesu von heute zu stark um sich selbst dreht. Und sie dreht sich auch nur um sich selbst, wenn es um die Erlangung von Glaubenstaten geht. Du und ich sollten uns aufmachen und die Augen öffnen, welchem Menschen wir Barmherzigkeit weiter geben können.

Schließen will ich mit einem Absatz, den ich neulich auf der Vineyard Berlin-Website gefunden habe. Das wünsch ich uns allen, die sich wie ich Christen nennen:

Jeder Mensch ist uns herzlich willkommen, ungeachtet seines Alters, seiner sozialen Herkunft, seiner Nationalität, seiner sexuellen Orientierung und seiner weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen.

Über Partypeople

Am vergangenen Wochenende war ich ja auf dem Konzert von Autokratz. Geile Mukke, bei der ich zum Tanzbären werde. Die Herren Cox und Crank sind vermutlich in meinem Alter. Und vermutlich gibt es eine große Übereinstimmung in unseren Plattensammlungen. Aber das ich tierisch auf die Jungs stehe, soll nicht Thema dieses Posts sein.

Das Konzert stieg im Rocker 33, einem mehrfach prämierten Club in Stuttgart. Die Location sind in der Tat ganz cool. Auf der MySpace-Seite vom Rocker 33 fand ich den Hinweis, dass das Konzert um 23 Uhr beginnen sollte. Ist ja reichlich spät für mich alten Sack. Aber für Autokratz nehme ich das gerne in Kauf, dachte ich. Als ich dann ankam, war ich der erste Besucher! Und was soll ich sagen? Autokratz betraten erst um 2 Uhr die Bühne. Die lange Wartezeit fand ich ganz schön frustrierend. Bis dahin haben zwei DJs die Beute mit – nun ja, sagen wir mal: Electronic aufgemischt. Schon bald habe ich mich im Kreise der Partypeople als Fremdkörper gefühlt. Es gibt ja zwei Arten von diesem Bewusstsein:

Bei der ersten will man dazugehören, muss aber erst einmal schauen, wie man sich Zugang verschafft. Trage ich die falschen Klamotten? Sitzt die Frisur nicht Szene konform? Muss ich an meinem Tanzschritt noch arbeiten?

Oder ich denke mir, mit diesen Affen kann und will ich nichts anfangen. Und mir geht es am Arsch vorbei, nicht Teil der Partypeople zu sein. Und das war an diesem Abend definitiv der Fall. Dabei gings nicht um ein Outfit oder andere Äußerlichkeiten. Mich hat einfach diese aufgesetzte Partystimmung genervt. Die DJs – quasi als Vorband – fühlen sich wie die Götter der Nacht, die die Massen berauschen. Und die Leute sagen sich „Geil! Wochenende! Party! Gib mir alles, damit ich Party habe. Gib mir fette Beats! Lass mich tanzen! Gib mir Alkohol! Und ich werde gut drauf sein!“

Soll mir eigentlich alles Scheiß egal sein. Doch leider war diese Stimmung auch bei dem Autokratz-Auftritt zugegen. Ich schätze, es waren ca. 200 Leute dort. Und ich glaube, nur fünf kannten Autokratz wirklich. Und es ist einfach etwas elementar anderes, wenn die Partypeople „Yeah!“ grüllen, mit geschlossenen Augen und verklärtem Lächeln sich der Mukke hingeben oder der wirkliche Fan „Yeeeeeaaaaaaahhhhhhhh! brüllt, vor Glück alles kurz und klein schlagen könnte und die Mukke schon vorher unendliche male inhaliert hat und den Groove bereits im Blut hat und nur Sekunden benötigt, bis er den nächsten Song identifiziert hat.

Der Kontext war einfach Autokratz unwürdig. Zu viele Partypeople, die einfach nur für eine aufgesetzte gute Stimmung gesorgt haben. Keine Leidenschaft. Keine Begeisterung. Keine Ekstase. Kein Ausrasten.

Ich kann dieses Party-Gemache („Ich will jetzt gut drauf sein und mich selbst feiern“) überhaupt nicht nachvollziehen. Aber macht doch, was ihr wollt …