Passende Posts zum Thema
So lange Haso im Urlaub verweilt, ist Storch der prominente Gastschreiber auf Hasos Tafel. Dabei postet er z.T. ein paar alte Einträge aus seinem eigenen Blog.
Die letzten zwei passen ganz gut zum Thema “Alles eine Frage des Systems?” (auch wenn ich bisher noch nichts konkretes angesprochen habe):
Diese zwei Artikel solltet ihr euch mal durchlesen. Bei ihm hört sich das zwar mehr nach Paradigma (”Theologie bietet eine Perspektive auf das Wort Gottes.”) als nach System an, meint aber genau das, was ich darunter verstehe (aus “Zur Definition von Theologie”):
“Theologie bietet eine Perspektive auf das Wort Gottes.”
Ich finde, das ist es, was Theologie letztlich zu bieten hat, was sie reizvoll macht und was ihr Auftrag ist. Eine Theologie bietet immer einen Blickwinkel; jedes mal, wenn ich mich mit einem neuen Ansatz beschäftige, habe ich das Gefühl, die Bibel noch nie gelesen zu haben. Plötzlich wird mir vieles klar, was ich nie verstanden habe.
Gleichzeitig ist erklärt, warum Theologien sich zeitweise widersprechen. Eine Theologie ist nicht Gottes Wort sondern bietet nur eine Verständnismöglichkeit des Wortes an. Es ist zu erwarten, dass diese Verständnismöglichkeiten sich erheblich voneinander unterscheiden. Letztlich kann niemand sagen, dass er die Bibel in allen Punkten so versteht, wie sie “gemeint” ist. Niemand hat objektives Wissen, sobald wir die Bibel lesen bekommt das Ergebnis eine Prägung; wenn es anders wäre, wären wir keine Subjekte.
Selbst eine Theologie, die für sich in Anspruch nimmt, nur Gottes Wort in Reinform zu bringen und nicht zu interpretieren, interpretiert. Es ist ein Naturgesetz, dass man immer als Mensch beobachtet, liest, interpretiert usw. und dass Theologie NIEMALS Gottes Wort ist. Normalerweise lassen sich dann auch gerade bei PredigerInnen, die sagen, dass sie NUR das Wort predigen, sehr leicht Axiome und vorprägungen finden.
Wenn wir uns dessen bewusst sind, fällt uns so manche (theologische) Diskussion einfacher und verfällt nicht in überhitzige, sinnlose Debatten über richtig und falsch, gut und böse …
Mit dieser Einstellung können wir relaxt miteinander fachsimpeln. Außerdem wissen wir: ich habe meine Brille auf; nun setz ich mal die andere auf und versuche die Welt meines Gegenübers zu sehen.
Ich hoffe, ich find demnächst mal Zeit für ein praktisches Thema dazu …
Comments(2)






yeah, es ist ein paradigma. zumindest in dem zusammenhang. in meinem eigenen blog ging es gerade wieder um systeme. ich bin ja schon ein kleiner luhmannfan und denke, dass er eine menge zu theologischen debatten beizutragen hat.
ja, luhmann ist ganz ok … durch meine frau (doro), die nach ihrem studium noch eine systemische zusatzausbildung gemacht hat, habe ich hier und da was von luhmann & co. mitbekommen …
ich mache mir hier aber keinen großen kopf, um die begriffe paradigma, system und was auch immer von einander abzugrenzen … ich halte mich (bei den letzten und kommenden posts) nicht streng an wissenschaftliche definitionen, auch wenn ich sie hier und da einfließen lasse …
storch, bist du eigentlich der erste hauptamtliche blogger in der christlichen szene?
du bist ja überall zu lesen … und deine einträge sind ja nun alles andere als hohl und auch nicht gerade in 5 minuten eingetippt … wieviel zeit verwendest du eigentlich täglich um teil der blog-community zu sein?
und können andere das toppen?